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Basketball: 2. Bundesliga Pro B

Kappenstein nimmt bei den WWU Baskets seinen Hut – Harmsen übernimmt

Münster

Das ist ein echter Hammer. Philipp Kappenstein steht in der kommenden Saison nicht mehr an der Seitenlinie der WWU Baskets Münster. Nach neun Jahren verlässt der 42-Jährige als Erfolgscoach den Club – sein Nachfolger hat einen guten Namen: Björn Harmsen.

Von Henner Henning

Philipp Kappenstein Foto: Jürgen Peperhowe

Erst Marck Coffin und Malcolm Delpeche, die zwei beziehungsweise drei Jahre für die WWU Baskets Münster spielten. Dann Kapitän Jan König und sein nicht mit ihm verwandter Teamkollege Andrej König, die sich nach acht Jahren voller Leidenschaft und Leistung aus der ersten Mannschaft zurückziehen. Und nun auch Philipp Kappenstein, der nach neun erfolgreiche Jahren seinen Posten als Trainer räumt. Der Pro-B-Ligist steht vor einem so großen Umbruch, wie er ihn im vergangenen Jahrzehnt noch nicht erlebt hat. Während Manager Helge Stuckenholz im Hintergrund an der Kaderzusammenstellung bastelt und die entstandenen Lücken schließt, steht schon fest, wer die Aufgabe an der Seitenlinie übernehmen wird. Es ist Björn Harmsen, eine Marke im deutschen Basketball. Der 38-Jährige soll den Neubeginn nach dem Ende einer Ära bewerkstelligen.

Stuckenholz: „Glücksgriff“

Als „Glücksgriff“ bezeichnet Manager Helge Stuckenholz den neuen Coach, den er schon seit ein paar Jahren kennt. Über den früheren münsterischen Bundesliga-Spieler und heutigen Spielerberater Jan Rohdewald lernten sich die beiden kennen und merkten schnell, dass sie „auf einer Wertewelle liegen, was das Basketballerische und darüber hinaus angeht“ (Stuckenholz). Frühzeitig kontaktierte der Baskets-Macher den Kappenstein-Nachfolger, hatte ihn zunächst als Sportdirektor vorgesehen. Nun übernimmt Harmsen eine Doppelfunktion als Coach und Sportlicher Leiter, zu dem später eventuell Kappenstein werden könnte.

Der neue Mann war im Frühling zweimal in Münster, nahm den Standort unter die Lupe und tauschte sich intensiv mit Stuckenholz aus – und war schnell überzeugt vom Baskets-Projekt. „Insbesondere davon, wofür der Basketball der WWU Baskets stehen soll: mannschaftliche Geschlossenheit, keine Stars, Ausgeglichenheit und Intensität“, sagt Harmsen, der in jungen Jahren seine Trainerkarriere im Nachwuchs von Jena begann und bereits mit 24 Jahren als Cheftrainer mit den POM Baskets Jena in die Bundesliga aufstieg. Mit dem Mitteldeutschen BC aus Weißenfels wiederholte er 2009 dieses Kunststück, trainierte in der Folge den MBC zwei Saisons im Oberhaus und ging nach einer weiteren Bundesliga-Spielzeit bei den LT Gießen 46ers zurück nach Jena. Von 2013 an arbeitete er sechs Jahre in Thüringen, schaffte 2016 erneut den Sprung in die Erstklassigkeit. Seine letzte Station war dann erneut der MBC, den er aber im Februar 2020 nach nur vier Monaten wegen interner Unstimmigkeiten wieder verlassen musste.

Lange Überlegungen

Harmsen soll und will die erfolgreiche Arbeit von Kappenstein fortsetzen, der schweren Herzens und nach reiflicher Überlegung als Trainer aufhört. „Ich habe mir ja in den vergangenen Jahren schon immer Gedanken gemacht, wann und ob es Zeit ist. Diese ist nun gekommen. Die Belastung war einfach zu hoch, ich war echt am Limit“, sagt der 42-Jährige, der im Hauptjob Lehrer am Pascal-Gymnasium ist.

Aus der Regionalliga hatte Kappenstein die Baskets nach drei Vizemeisterschaften in die Pro B geführt, war dort direkt als Nordstaffel-Meister durchgestartet und hatte dem Club als Playoff-Finalist die Aufstiegschance beschert. Diese aber nahm der Verein nicht an, „weil das Umfeld damals noch nicht so weit war“, wie Stuckenholz erinnernd sagt. Um die Verdienste seines scheidenden Coaches aber weiß der Manager nur zu gut. „Für Philipp hätte ich mir gewünscht, dass er in seinem zehnten Jahr, dann wieder vor Publikum, der Stadt einen weiteren Aufstieg schenkt, für den er sich stets zerrissen hat. Egal wann wir möglicherweise hochgehen, ein Teil dieses Erfolges wird immer auch einer des Trios Philipp, Jan und Andrej sein“, so Stuckenholz.

Und so ist es auch sehr gut möglich, dass Kappenstein dem Verein weiter als ein Funktionsträger erhalten bleibt. „Die Rolle des Sportlichen Leiters ist sehr attraktiv“, sagt er. Würde er an Bord bleiben, wäre es der zweite Glücksfall für die WWU Baskets.

Kommentar: Es braucht Geduld

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