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Basketball: 2. Bundesliga ProB

Splittergruppe der WWU Baskets macht Hamburg unsicher

Münster

Die Korbjagd war eröffnet, ehe die Partie überhaupt gestartet war. Fünf Minuten vor der Startsirene regnete das Plexiglasbrett in der Wandsbeker Sporthalle in 1000 Teilchen auf den Hallenboden. Die Basketballer der WWU Baskets mussten überstürzt umziehen – und legten dann gegen den ETV Hamburg ein fulminantes Zweitligaspiel auf das Parkett der Nachbarhalle. 105:72 hieß es am Ende eine denkwürdigen Basketballabends.

Ansgar Griebel

Zwei Minuten vor dem ersten Sprungwurf zersplitterte der Korb in Wandsbek, eine Stunde später landeten die WWU Baskets in Eimsbüttel den ersten Auswärtssieg der Saison. Foto: WWU Baskets

Mast- und Schotbruch, pflegt man in Hamburg zu sagen, wenn Schiffe mit den besten Wünschen auf hohe See geschickt werden. In der Sporthalle des Eimsbüttelner TV wurden die Basketballer der WWU Baskets am Sonntagnachmittag mit einem krachenden Korbbruch verabschiedet – um dann nach einer kleinen Hamburg-Rundfahrt beim Schlusslicht der zweiten Basketball-Bundesliga ProB unbeirrbar mit 105:72 (52:37) ersten Auswärtssieg der Saison anzusteuern.

Jan König legte letzte Hand an

Die Startaufstellungen waren bereits im System und online, als in den letzten Minuten der Aufwärmphase die Plexiglasscheibe der Korbaufhängung in 1000 Teilchen zersplitterte. Jan König hatte als letzter Hand angelegt, dem fragilen Gestell aber wohl nur den finalen Todesstoß gegeben. Erinnerungen an den berühmten Torfall in Madrid wurden wach, wo am 1. April 1998 Günther Jauch und Marcel Reif zu ihrem berühmten und preisgekrönten Tor-Dialog beim Champions-League-Halbfinale zwischen Real und Borussia Dortmund anhoben. „Wir brauchen ein schnelles Tor“, hieß die Botschaft damals, in Hamburg war nun die Korbjagd eröffnet. Weil mit einem unversehrten Exemplar aber nicht mehr zu rechnen war, zogen beide Teams kurzerhand erst ihre Trainingssachen wieder über und dann aus der Wandsbeker um in die nächstgelegene Halle nach Eimsbüttel.

Freie Fahrt für Baskets-Express

Und dort galt dann freie Fahrt voraus für den Baskets-Express. Von Beginn an gaben die Gäste mit einer soliden und konzentrierten Vorstellung das Tempo vor. 24:20 hieß es nach Abschnitt eins, zur Pause lagen die Schützlinge von Philipp Kappenstein dann angetrieben von ihren Top-Scorern Jasper Günther und Stefan Weß bereits mit 52:39 vorn.

Abstandsregeln stets eingehalten

Die Gastgeber gaben sich nicht kampflos geschlagen, doch Münster war erfolgreich darum bemüht, durchgängig die gängigen Abstandsregeln einzuhalten – richtig eng wurde es am Sonntagabend in Hamburg nicht mehr. Im Gegenteil: 17 Zähler betrug der Vorsprung nach dem dritten Abschnitt (55:72), nach der fulminanten Schlussoffensive gegen nun resignierende Gastgeber waren die Baskets dann mit 33 Punkten enteilt.

Philipp Kappenstein hoch zufrieden

Philipp Kappenstein war im Nachgang nicht nur mit dem Ergebnis zufrieden, sondern auch mit der Entscheidung, die Partie durchzuziehen, statt es auf eine 20:0-Wertung am grünen Tisch ankommen zu lassen. „Ich bin froh, dass wir das gespielt haben – und ein Statement gesetzt haben für das Spitzenspiel in der kommenden Woche gegen Köln.“

Punkte: Günther (21/3 Dreier), Weß (21/2), Touray (15), Delpeche (12), Baues (10)Reuter (8/1), Pahnke (6/2), J. König (5/1), A. König (5/1), Hänig (2)

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