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Basketball: 2. Bundesliga Pro B

WWU Baskets auch gegen Hanau erfolgreich – aber sehr mühsam

Münster

Der erste Schritt in den Playoffs ist getan – aber er war mühsamer als erwartet: Mit 81:72 besiegten die WWU Baskets Münster in den Meisterschafts-Playoffs die White Wings aus Hanau. Dabei setzte sich der Favorit vor vollen Tribünen am Berg Fidel erst im Schlussabschnitt entscheidend ab.

Von Thomas Austermann

Ende gut, alles gut: Nach 40 durchwachsenen Minuten Foto: Jürgen Peperhowe

Bevor diese frechen Hessen so richtig zum Höhenflug ansetzen konnten, wurden ihnen die Flügel gestutzt. Den Auftakt der Saisonverlängerung gestalteten die WWU Baskets Münster letztlich wie gewohnt in dieser Spielzeit, nämlich erfolgreich. Im ersten Achtelfinalspiel der Playoffs der 2. Bundesliga Pro B feierten 2075 Fans mit dem Team das 81:72 (34:36) über die White Wings Hanau und machten mit dem 22. Saisonsieg den ersten von zwei notwendigen Schritten gen Viertelfinale. Stimmungsmacher DJ Shimmy dreht in Berg Fidel zuverlässig gegen Spielschluss den Queen-Hit „We will rock you“ auf und nimmt die Kulisse mit.

Glattweg gerockt haben die Baskets diese Partie nicht unbedingt. Stand doch für sie deutlich mehr auf dem Spiel als für die mit dem Playoff-Einzug ausreichend belohnten Gäste, die aus dieser Rollenverteilung lange das Maximum herausholten. Aber eben nicht bis zum Ende, das die Baskets diktierten, weil sie wieder den längeren Atem hatten und die nervenstärkeren Asse wie Jasper Günther in Szene setzten.

„Weiße Wand“ ist wieder da

Nach dem Wegfall der Kapazitätsbeschränkung trommelten die Baskets vorab die Rückkehr der „weißen Wand“ herbei, also das Comeback der passend gekleideten wie den Rücken stärkenden Zuschauermasse. Das Motto mit der Wand interpretierte Hanau auf seine Weise, wie Münsters Coach Björn Harmsen wertete: „Die haben sich wie eine große Wand hinten rein gestellt.“ Den Defensivblock zu bespielen, gelang den nervös (ver-)werfenden Baskets zunächst nicht, obschon Platz genug vorhanden war, die Visiere einzustellen. Im ersten Viertel saß von 15 Distanzwürfen einer durch Thomas Reuter. Der nannte die Quote „unterirdisch, auch weil uns die Guards gut attackiert haben.“

Touray und Avdic fehlen

Den Nachteil, Center Adam Touray und „Energizer“ Rijad Avdic ersetzen zu müssen, bekamen die Baskets zu spüren. Obschon ein 24:12-Spielstand aufleuchtete, die Rebounds geholt wurden und ein paar Dreier ihr Ziel fanden, blieb der Rhythmus in Halbzeit eins zäh. Passend zum Korb zu ziehen, gelang auch kaum. Harmsen, der nach Faserriss in der Wade humpelnd coachen musste, hatte eine Erklärung dafür: „Wir haben keine Fouls an uns gepfiffen bekommen. Dann macht man den Weg zum Korb auch nicht mehr.“

Thomas Reuter

Das 27:18 im dritten Viertel, als schnell vier Dreier gelangen, half deutlich. Hanau gab aber nie klein bei. 31 Minuten lang steuerte der 28-jährige US-Amerikaner Dewrell Tisdale (17 Punkte) als Team-Senior die ansonsten junge und bissige Gäste-Garde durchaus extrovertiert, aber in seinen Bewegungen bemerkenswert. Mit zwei Korberfolgen verkürzte er auf 61:67 (36.). Günther und der bestens frei gespielte Stefan Weß konterten. Die zuvor schon mal zittrig gespielten letzten Minuten sahen passend coole Baskets den Ball bewegen und von der Linie bewährt sicher treffend. „Wir haben nie damit gerechnet, dass es einfach wird“, sagte Günther. Zum Spaziergang werden die Münsteraner Samstag in Hanau auch nicht eingeladen. Aber jetzt wissen sie ja exakt, was sie in der Main-Kinzig-Halle erwartet. Käpt‘n Reuter ist sicher: „Wir finden immer Wege, Spiele zu gewinnen.“

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