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Basketball: Testspiel

WWU Baskets erhalten von Karlsruhe beim 74:100 Anschauungsunterricht

Münster

Einen weiteren Eindruck, was die WWU Baskets Münster in der 2. Bundesliga Pro A erwartet, haben sie am Samstagabend bekommen. Im Test gegen die PS Karlsruhe Lions kassierte der Aufsteiger eine herbe 74:100-Packung. „Lehrgeld“, wie Coah Björn Harmsen meinte.

Connor Harding (r.) kam wie Hilmar Petursson und Jordan Jones auf 14 Punkte, kassierte mit den WWU Baskets im Test gegen die PS Karlsruhe Lions aber eine herbe Packung. Foto: WWU Baskets/Markus Holtrichter

Als sich die 800 Zuschauer 60 Sekunden vor Schluss von ihren Sitzen erhoben und Connor Harding seine Punkte 13 und 14 erzielte, stieg der Lärmpegel auf die höchste Stufe an diesem Samstagabend. Auch die Defense-Rufe von den Rängen ließen den Eindruck erwecken, die WWU Baskets Münster wären in dem Testspiel gegen den Pro-A-Konkurrenten PS Karlsruhe Lions in Schlagdistanz. Es war ein Irrglaube, das war der Aufsteiger zu keiner Phase. Das 74:100 (25:42) bahnte sich schon nach wenigen Augenblicken an. „Wir haben Lehrgeld bezahlt“, gestand Trainer Björn Harmsen nach dem 40-minütigen Anschauungsunterricht, den seine Schützlinge aus nächster Nähe erleben durften.

Ganz schwaches erstes Viertel

Es dauerte satte 3:06 Minuten, bis Münster auf dem Scoreboard auftauchte. Hilmar Petursson stellte auf 2:6 – es blieb in Viertel eins lange das einzige Erfolgserlebnis. Die Lions ließen einen 13:0-Lauf folgen, der Ausdruck ihrer Dominanz war. Intensität, physische wie mentale Schnelligkeit, Cleverness: In allen Punkten waren die mit dem schmalen Kader von nur sieben Mann angereisten Badener überlegen. Die Baskets liefen meist hinterher, hatten zudem in der Offensive große Probleme, die Big Men Jordan Jones und Adam Touray einzusetzen sowie freie Würfe zu kreieren. Auch deshalb lag die Quote aus dem Feld nach dem ersten Viertel bei 22 Prozent und steigerte sich bis zum Schluss auch nur auf überschaubare 33 Prozent. „Wir haben zuletzt in Gießen ein ordentliches Turnier gespielt. Danach haben wohl einige gedacht, dass wir schon bereit seien für die Liga. Und so sind ein paar Jungs auch zum Spiel gekommen. Das hatten wir schon nach dem ersten Viertel verloren, da war das Ding weg“, kritisierte Harmsen auch die phasenweise nicht adäquate Einstellung seiner Truppe, in der mit Thomas Reuter, Stefan Weß und Neuzugang Andreas Seiferth ein Trio fehlte.

Neuzugang Seiferth vor Ort

„Ich habe zwischendurch mal gedacht: ,Was muss sich der Andi hier angucken“, sagte der Coach. Doch der 53-fache Nationalspieler nahm den schwachen Auftritt seiner künftigen Teamkollegen gelassen, weiß aus seiner jahrelangen Profi-Erfahrung, dass so etwas in der Vorbereitung immer mal passieren kann. „Das ist normal“, meinte auch Harmsen, der auf einen Lernprozess seiner Mannschaft baut. „Die Jungs sind fast alle Rookies in der Pro A. Ich hoffe, dass dieses Spiel zur richtigen Zeit kam und dass die Jungs es richtig reflektieren, was kommen muss.“

Harmsen: „Brauchen mehr Energie“

Was den Baskets fehlt, haben ihnen die Lions um den starken Dominick von Waaden (21 Punkte) als etablierter Zweitligist klar und deutlich gezeigt. Da muss mehr kommen, oder wie Harmsen sagte: „Wir müssen immer mehr Energie haben als die andere Mannschaft. Und das hatten wir nicht, es war ein bisschen so wie im letzten Jahr. Da hatten wir die Spiele noch gewonnen, obwohl wir nicht so besonders gespielt hatten.“ Durchschnittliche Auftritte werden in der Pro A aber definitiv nicht mehr reichen.Punkte: Harding (14/3 Dreier), Jones, Petursson (beide 14), Viefhues (12/4), Grühn (7/1), Günther (5/1), Touray (4), Jackson, Pahnke (je 2)

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