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Basketball: 2. Bundesliga Pro B

WWU Baskets trotzen allen Widrigkeiten und sind nicht aufzuhalten

Münster

Jasper Günther in Quarantäne? Adam Touray noch nicht wieder fit? Dazu eine schwierige Vorbereitung nach vielen Ausfällen und dann im Spiel die Verbannung von Coach Björn Harmsen nach zwei technischen Fouls? Alles kein Problem für die WWU Baskets Münster, die ihren Jahresauftakt 2022 so begannen, wie sie 2021 hatten ausklingen lassen: mit einem Sieg – dem 13. in Serie. Und das gegen den Tabellenzweiten.

Von Henner Henning

Björn Harmsen (r.) debattierte mit Referee Sascha Tille. Foto: Jürgen Peperhowe

Vor dem verspäteten Neustart der WWU Baskets Münster standen schon einige Fragezeichen im Raum. Wie verkraftet der Spitzenreiter der 2. Bundesliga Pro B die schwierige Vorbereitung, die von Corona-Fällen geprägt war? Wie kommt er im Top-Spiel gegen den Tabellenzweiten TKS 49ers ohne Aufbauspieler Jasper Günther und Center Adam Touray klar? Die Antworten lieferten die Baskets am Sonntag vor 700 Zuschauer eindrucksvoll – und demonstrierten beim 83:56 (38:29) zudem, dass sie sich auch durch Widrigkeiten im Spiel nicht aus dem Takt bringen lassen.

2:22 Minuten waren im zweiten Viertel noch zu spielen, als Niklas Ney und die 49ers einmal mehr die bis dahin eher mäßige Defensive der Münsteraner überrumpelten und auf 28:32 verkürzten. Zum Ärger von Baskets-Coach Björn Harmsen, der erbost abwinkte und eine Auszeit nahm. Doof nur, dass einer der Schiedsrichter diese Geste auf sich bezog und den Trainer mit einem technischen Foul bedachte. Es folgte eine lautstarke Diskussion mit dem Unparteiischen Sascha Tille, an deren Ende Harmsen eine Wasserflasche wütend auf den Boden pfefferte. Die Folge: ein zweites technisches Foul und damit der Ausschluss aus dem Innenraum. „Er musste das machen“, sagte Harmsen, der seine erste Bestrafung gar nicht mitbekommen hatte. „Das war eine komische Situation, ich war echt sauer.“ Doch schon in der Halbzeit suchte er den Weg zum Schiedsrichter-Duo, entschuldigte sich. Eine Strafe wird wohl ausbleiben.

Prewitt, Berger und Grühn übernehmen

Fortan also hockte Harmsen in der Kabine, verfolgte via Live-Ticker und etwas zeitversetzt via Stream die Partie, konnte allenfalls noch bedingt in das Coaching eingreifen, das sein Assistent Chad Prewitt, Athletiktrainer Maik Berger sowie der verletzte Cosmo Grühn übernahmen. Und sie erlebten, wie die Baskets gerade nach der Pause aufdrehten und die Intensität speziell in der Verteidigung erhöhten. „Ich war zu Beginn total unzufrieden, dass wir zu viele Offensivrebounds zugelassen haben und dass uns der Gegner sechsmal über seine starke Hand geschlagen hat“, so Harmsen. Aber eben diese Defizite stellten seine Schützlinge ab und bewiesen, warum sie nun 13 Spiele in Serie gewonnen haben. „Die Jungs haben richtig Gas gegeben, nachdem Björn raus musste“, sagte Prewitt. „Die Mannschaft macht einfach viel Spaß.“

Den hatten die neun Baskets-Akteure, von denen Rijad Avdic herausstach. Nicht nur wegen seiner 23 Punkte, darunter zwei krachende Dunkings, sondern auch wegen seiner emotionalen Spielweise. „Ich war ein bisschen nervös, als der Coach raus musste. Aber wir haben wirklich gut und schnell reagiert. Wir wussten, was wir zu tun hatten, haben uns an den Gameplan gehalten“, sagte der Herbst-Neuzugang, dem der Coach „einen überragenden Tag“ attestierte.

Richmond verlässlich, Pahnke stark

Avdic, dazu der verlässlich punktende Ryan Richmond oder Oliver Pahnke, der sich mit Richmond den Ballvortrag teilte und es nach drei Wochen ohne Training „sehr gut“ machte (Harmsen), waren wichtige Faktoren. Nicht zu vergessen Kai Hänig, der nach einer kleinen Ewigkeit wieder dabei war und sich gleich mit jeder Faser ins Getümmel warf. „Die Energie, die Kai eingebracht hat, hat die anderen angesteckt“, lobte Harmsen seinen Center, der sichtlich Vergnügen auf den Platz hatte. „Das war überragend. Ich habe mir drei Monate im Kraftraum, dann die letzten drei Wochen im Training echt den Arsch aufgerissen auf gut Deutsch. Jetzt wieder auf dem Feld vor Zuschauern zu sein, das war echt geil“, meinte Hänig nach dem 13. Sieg der unverwüstlich scheinenden Baskets.

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