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Endrunde in Polen und Schweden

18 aus 35: Gislason nominiert Aufgebot für Handball-WM

Dortmund/Stuttgart (dpa)

Am Freitag benennt Bundestrainer Alfred Gislason seinen WM-Kader. Hoffnungen darf sich auch ein Torwart-Oldie machen, der in dieser Saison stark auftrumpft.

Eric Dobias und Kristina Puck, dpa

Muss seinen WM-Kader benennen: Alfred Gislason. Foto: Uwe Anspach/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

Gibt es für Torwart-Oldie Silvio Heinevetter bei der WM ein Comeback auf der großen Handball-Bühne oder setzt Alfred Gislason neben dem gesetzten Andreas Wolff auf die Jugend?

Die Besetzung des Torhüter-Gespanns ist bei der WM-Nominierung eine der spannendsten Fragen, auf die der Bundestrainer am Freitag (12.00 Uhr) eine Antwort geben wird. 18 aus 35 lautet die Formel für Gislasons Personalpuzzle für die Endrunde vom 11. bis 29. Januar in Polen und Schweden, bei der die DHB-Auswahl nach der chaotischen Corona-EM wieder für positive Schlagzeilen sorgen will.

Heinevetter, der sein bisher letztes Länderspiel Anfang Mai 2021 gegen Estland bestritt, darf sich nach einer bislang überzeugenden Saison als einer von insgesamt fünf Torhütern im vorläufigen Aufgebot noch Hoffnungen auf das WM-Ticket machen. Während Wolff als Nummer eins zur WM reisen wird, müssen Till Klimpke (HSG Wetzlar), Joel Birlehm (Rhein-Neckar Löwen) und Daniel Rebmann (Frisch Auf Göppingen) wie Heinevetter zittern. 

Heinevetter entspannt

Der 38 Jahre alte Routinier leidet deshalb aber nicht an schlaflosen Nächten. «Ich habe mir da wirklich wenig Gedanken gemacht. Was bringt es, sich über etwas Gedanken zu machen, was extrem weit weg ist», sagte der Olympia-Dritte von 2016 der Deutschen Presse-Agentur. «Wenn der Bundestrainer anruft, ruft er an. Wenn er nicht anruft, ruft er nicht an.» 

Heinevetter, der im Sommer von der MT Melsungen zum TVB Stuttgart gewechselt war, hat sich mit starken Leistungen in der Bundesliga für ein Comeback in der DHB-Auswahl empfohlen. Die Entscheidung liege aber bei Gislason, betonte der Keeper. «Er ist Trainer, er entscheidet das am Ende des Tages. Das ist sein Job. Ich weiß nicht, wie es in ihm aussieht. Von daher keine Ahnung», sagte Heinevetter zu seinen Chancen.  

Bei Olympia 2021 hatte ihm der zwei Jahre ältere Johannes Bitter das Tokio-Ticket weggeschnappt, bei der EM im Januar der damals 23 Jahre alte Klimpke den Vorzug als Nummer zwei hinter Wolff erhalten. Als das Duo nach positiven Corona-Tests ausfiel, sollte Heinevetter eigentlich einspringen. Doch auch er hatte sich mit dem Virus infiziert. Nun also vielleicht eine neue Chance, die zugleich die letzte sein könnte. «Ich glaube,  der Bundestrainer weiß, was er an mir hat», sagte Heinevetter. 

Schwierige Entscheidungen für Gislason

Die Entscheidung dürfte Gislason nicht leicht fallen. Klimpke steckt mit der HSG Wetzlar mitten im Bundesliga-Abstiegskampf, Rebmann mit Frisch Auf Göppingen ebenfalls in einer sportlichen Krise. Bleibt Birlehm, der zuletzt zwischen den Pfosten der Rhein-Neckar Löwen glänzte, und die Frage, ob der Bundestrainer zwei oder drei Torhüter zum Turnier mitnimmt. 

Auch auf anderen Positionen wie Linksaußen oder Rechtsaußen dürfte es zu Härtefällen kommen. Und dann sind da noch die Sorgen um die Fitness der zuletzt länger verletzten Julius Kühn, Marcel Schiller und Lukas Stutzke, die gerade erst wieder auf das Parkett zurückgekehrt sind. Keine große Auswahl hat Gislason dagegen in der Abwehr - und dort speziell im Mittelblock. «Das ist unsere größte Baustelle. Da fehlt uns die Breite im Kader», sagte der 63 Jahre alte Isländer.

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