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Vorwürfe im Frauen-Handball: Unabhängige Kommission

Dortmund (dpa)

Das Präsidium des Deutschen Handballbundes (DHB) will eine unabhängige Kommission im Zusammenhang mit Vorwürfen gegen den früheren Bundesligatrainer André Fuhr einsetzen.

Von dpa

Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB). Foto: Sascha Klahn/dpa

«Ich habe den Eindruck, dass wir mit dem Fall Fuhr erst am Anfang einer großen Welle, die nicht nur den Deutschen Handballbund, sondern den Sport überhaupt betrifft, stehen», sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann nach einer Videokonferenz des Präsidiums. Der DHB unterstütze die Einrichtung des bundesweiten Zentrums für Safe Sport als gemeinsame Initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes, der Deutschen Sportjugend und des Bundesinnenministeriums.

«Der Handballsport darf kein Spielfeld für Gewalt sein», sagte Michelmann. Prozesse sollten überprüft und notwendige Strukturen verbessert werden. Um das seriös zu tun, wolle man sich die notwendige Zeit nehmen. Die Kommission soll am Freitag auf einer Präsidiumssitzung in Leipzig berufen werden. Wer dem Gremium angehören wird, wurde noch nicht bekannt gegeben.

DHB reagiert mit Kommission auf Kritik

In erster Linie solle das Gremium aufklären, «welche Verhältnisse und Strukturen zu sexualisierter und psychischer Gewalt führen können und welche Mittel und Wege es gibt, um dies in Zukunft besser zu verhindern und insbesondere junge Sportlerinnen in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken», hieß es in der DHB-Mitteilung.

Mit der Einrichtung der Kommission reagiert der Verband auch auf die zum Teil harsche Kritik an seinem eigenen Verhalten im Fall Fuhr. Der «Spiegel» hatte berichtet, dass zahlreiche Spielerinnen psychisch unter der Trainingsarbeit von Fuhr gelitten hätten. Mit ihrer fristlosen Kündigung bei Borussia Dortmund hatten die Nationalspielerinnen Mia Zschocke und Amelie Berger den Fall Mitte September öffentlich gemacht. Von Fuhrs Anwältin gab es auf dpa-Anfrage zunächst keine Stellungnahme zu den neuen Vorwürfen.

Der BVB trennte sich von Fuhr, wies aber darauf hin, dass dies «ausdrücklich nicht mit einer Vorverurteilung verbunden» sei. Der 51-Jährige beendete zudem seine Tätigkeit beim DHB, für den er seit 2019 auf Honorarbasis gearbeitet hatte. Dem DHB war vorgeworfen worden, trotz der in der Szene schon lange kursierenden Vorwürfe nicht oder nur unzureichend gehandelt zu haben.

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