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Radklassiker in Frankfurt

Erst Zoff, dann Siegesserie: Ackermanns Auf-und-ab-Jahr

Frankfurt/Main (dpa)

Krise, Ausbootung, Siege, Teamwechsel: Pascal Ackermanns Jahr war turbulent. Vor dem Radklassiker in Frankfurt ist er wieder in Fahrt und gilt als Topfavorit.

Von Patrick Reichardt, dpa

Gewann 2019 in Frankfurt: Pascal Ackermann. Foto: Arne Dedert/dpa

Für Deutschlands Topsprinter Pascal Ackermann war früh in diesem Jahr klar: Der große Traum, das ist das erstmalige Ticket zur Tour de France, wo er um Tagessiege und Ruhm kämpfen wollte.

Wenn der 27 Jahre alte Pfälzer an diesem Sonntag (ab 13.15 Uhr/Hessischer Rundfunk) als Topfavorit beim Radklassiker Eschborn-Frankfurt an den Start geht, hat sich dieser Traum wieder einmal nicht erfüllt. Im Gegenteil: Ackermann hat eine schmerzhafte Ausbootung hinter sich, beschwerte sich danach öffentlich über Teamchef Ralph Denk und wechselt nun 2022 zum Rennstall UAE Emirates.

Doch der endschnelle Ackermann verstand es exzellent, aus Wut und Frust Leistung zu machen. Seit seiner Nicht-Nominierung für die Tour holte er insgesamt sechs Tagessiege, darunter einen bei der Deutschland-Tour, bei der er Gesamtzweiter wurde. Und nun das Heimspiel bei Eschborn-Frankfurt, wo er schon vor zwei Jahren siegte und sich einen anderen großen Kindheitstraum erfüllte. «Ich bin gut in Form und das Rennen liegt mir, ich denke also in jedem Fall, dass ich einer der Favoriten bin», sagte Ackermann der Deutschen Presse-Agentur.

Sprinterdomäne

Der 187,4 Kilometer lange Kurs rund um die Mainmetropole weist zwar jede Menge Höhenmeter auf, war aber in den vergangenen Jahren vor der coronabedingten Absage 2020 eine Sprinterdomäne. Darauf hofft der Bora-hansgrohe-Mann nun auch am Sonntag. «Die Tendenz zeigt ja eindeutig nach oben. Ich bin top motiviert und möchte schon noch was gewinnen», sagte Ackermann, der bei Vuelta und Giro schon seine Klasse bewiesen hat. Als Belohnung für die vergangenen Wochen darf der Sprinter danach auch zur WM nach Flandern, wo er auf dem Klassiker-Kurs aber als Helfer eingeplant ist.

«Die verpasste Tour ist hart für so einen Sportler. Damit muss man klarkommen. Ich sage meinen Sportlern immer: Weint nicht dem nach, was ihr nicht habt», sagte der Sportliche Leiter Jens Zemke. Der frühere Radprofi betreut Ackermann sowohl am Sonntag in Frankfurt als auch bei der WM-Tortur, die über 267,7 Kilometer durch Flandern führt und im belgischen Ort Löwen mit der Krönung des nächsten Weltmeisters endet. «Pascal hat super Leistungen gebracht. Er ist top motiviert für die WM. Vom Anforderungsprofil ist das was, was ihm auch entgegenkommt», sagte Zemke.

Heimrennen etwas «Besonderes»

2019 hatte Ackermann seinen Heimsieg an der Alten Oper schon groß gefeiert, 2021 peilt er eine Wiederholung an. «Generell sind Heimrennen immer etwas Besonderes. Also in Deutschland zu fahren und dann noch für ein deutsches Team, das war schon bei der Deutschland Tour sehr speziell», sagte der Radprofi. Bei Frankfurt komme zusätzlich dazu, «dass mir der Kurs liegt. Es ist eines meiner Lieblingsrennen. Wenn dann noch Freunde und Familie dabei sind aufgrund der Nähe zu meiner Heimat, ist das umso schöner.»

Auch der Norweger Alexander Kristoff und Deutschlands Routinier John Degenkolb sind wieder mit dabei. Für Degenkolb ist es ebenfalls ein Heimspiel. «Der Siegerpokal vom 50. Jubiläum steht bei mir zu Hause. Deshalb ist der Ansporn umso größer, auch bei der 60. Ausgabe ganz vorne dabei zu sein», sagte er. Am 1. Mai 2019 - in diesem Jahr wurde das Rennen coronabedingt in den September geschoben - hatte sich Degenkolb nur knapp Landsmann Ackermann geschlagen geben müssen.

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