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NBA-Finals

Chris Paul mit 36 Jahren endlich auf der ganz großen Bühne

Phoenix (dpa)

LeBron James und Stephen Curry: Diese Superstars prägten die NBA im vergangenen Jahrzehnt. Wenn in der Nacht zum Mittwoch die Finals 2021 beginnen, werden sie aber nur Zuschauer sein.

Von Marie-Julie May und Patrick Reichardt, dpa

Chris Paul (l) steht mit 36 Jahren erstmals in den Finals. Foto: David Zalubowski/AP/dpa

Chris Paul ist fast am Ziel. Weit über 1000 Spiele und fast 16 Spielzeiten musste der 36 Jahre alte Routinier warten, bis er die allergrößte Bühne des Basketball-Sports endlich betreten darf: die NBA-Finals.

In der Nacht zum Mittwoch (3.00 Uhr/DAZN) beginnen für seine Phoenix Suns die Endspiele um den Titel, Rivale sind die Milwaukee Bucks um den angeschlagenen Griechen Giannis Antetokounmpo. «Man, das klingt verdammt gut. 16 Jahre mit Operationen, harter Arbeit, Niederlagen, ganz üblen Niederlagen», schwärmte Paul.

Mit dem ersten Tipoff zwischen Phoenix und Milwaukee endet nicht nur für den nimmermüden Ballvirtuosen Paul eine Endlosschleife des Wartens. Auch die Suns, die zuletzt 1993 einen gewissen Michael Jordan forderten, und die Bucks, bei denen der einzige Titel genau 50 Jahre zurückliegt, sind nicht gerade vom Erfolg verwöhnte Clubs in der besten Basketball-Liga der Welt. «Ich war auf einer Mission, dass wir nicht verlieren dürfen», sagte Paul. Diese Mission würde er in der Serie im Modus «Best-of-Seven» gerne fortsetzen.

Finals seit 2010 erstmals ohne James oder Curry

Ob in den Finals, die erstmals seit 2010 ohne Beteiligung von LeBron James (Los Angeles Lakers) und Stephen Curry (Golden State Warriors) stattfinden, beide Teams in Bestbesetzung spielen können, ist noch unklar. Insbesondere der Einsatz von Antetokounmpo, der 2018/19 und 2019/20 zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt wurde, ist offen. Der 26-Jährige hatte nach einer Knieverletzung zuletzt die entscheidenden Spiele seiner Bucks auf dem Weg in die Finalserie verpasst.

Die von Paul angeführten Suns sind dagegen das Überraschungsteam der Saison, bezwangen nacheinander die Lakers, die Denver Nuggets und dann auch Titelaspirant Los Angeles Clippers. Auf Routinier Paul, der nach schwierigen Jahren in New Orleans, Los Angeles, Houston und Oklahoma City nun endlich das perfekte Team gefunden hat, wird es in den Endspielen ankommen. Die längere Pause hilft ihm dabei: «Jeder freie Tag tut gut und wir haben die Möglichkeit, uns ein wenig auszuruhen, bevor es wieder losgeht.»

Paul verlängerter Arm des Trainers

16,4 Punkte, 8,9 Assists und 4,5 Rebounds gelangen Paul bislang im Schnitt in den Playoffs - auch eine Schulterverletzung zum Beginn und eine coronabedingte Pause in den Conference Finals konnten ihn und seine Suns nicht bremsen. Gegen die Clippers, seinen Ex-Club, erzielte er im sechsten Spiel der Conference Finals mit 41 Punkten seinen Playoff-Karrierebestwert, trotz mehrerer angerissener Bänder in seiner rechten Hand.

Als Dirigent überträgt Paul die Ideen von Trainer Monty Williams aufs Spielfeld. Als geniale Partner hat er Devin Booker und Deandre Ayton an seiner Seite, die mit ihren Fähigkeiten ideale Abnehmer für Pauls Zuspiele sind. Phoenix hat in der Finalserie zunächst Heimvorteil und wäre auch in einem fünften oder siebten Spiel Gastgeber. Die beiden Begegnungen in der Hauptrunde gegen die Bucks entschieden die Suns jeweils mit einem Punkt Vorsprung für sich.

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