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Leichtathletik: Traum von Olympia

Fabiane Meyer aus Epe ist Teil eines ambitionierten Projekts

Zürich

Ein Schweizer Sportartikelhersteller hat Fabiane Meyer aus Epe in sein Projekt-Team aufgenommen. Die Läuferin und das Unternehmen verfolgen ehrgeizige Ziele - dafür wird unter anderem in Südafrika hart gearbeitet.

Von Ulrich Hörnemann

Fabiane Meyer aus Epe geht auf Tuchfühlung zu einer der traditionsreichsten Laufstrecken der Welt, der Tartanbahn im Züricher Letzigrund. Hier will sich die 19-Jährige schon bald mit den Besten der Welt messen. Foto: Ulrich Hörnemann

Der Andrang im Letzigrundstadion war riesengroß. In der multifunktionalen Arena im Westen von Zürich, Schauplatz des Finales der Diamond League-Serie, präsentierte der schweizer Sportartikelhersteller „On AG“ sein neuestes Projekt: den „On Athletics Club Europe“, ein Team aus je drei jungen Läufern und Läuferinnen.

„Sie sollen langfristig aufgebaut werden“, verkündete On-Mitbegründer Olivier Bernhard (53), ein ehemaliger Spitzenathlet im Triathlon und Duathlon, „Ziel ist, dass sie an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teilnehmen und um Medaillen kämpfen.“

Zu den Auserwählten zählt auch ein junges Mädel aus dem Münsterland: Fabiane Meyer vom TV Westfalia Epe, 19 Jahre alt, ein Talent mit verheißungsvoller Perspektive und die einzige Deutsche in diesem hoffnungsvollen Sextett. Ihre größten Erfolg in der Saison 2021 waren der Sieg bei den Deutschen Meisterschaften und Platz fünf bei den U-20-Junioren-Europameisterschaften, jeweils über 1500 Meter, ihrer Spezialdisziplin.

US-Abenteuer gefiel Meyer nicht

Nach dem Abitur war sie zunächst ihrer Schwester Pauline (23) gefolgt, auch eine vorzügliche Läuferin mit Meisterehren, die im Sommer 2017 in die USA wechselte, wo sie ein Stipendium an der Arkansas State University in Jonesboro erhalten hatte. „Ich bin aber nur knappe drei Monate an der Uni in Clemson geblieben“, erzählte Fabiane Meyer, „das gefiel mir nicht.“ Ihr fehlte im US-Staat Carolina ein wenig die Heimatnähe. „Dann kam das Angebot von ‚On‘. Da habe ich nicht lange überlegt und zugesagt.“

In einem Video-Call hatten Thomas Dreissigacker (33) und Niklas Bühner (32) ihr die vielen Vorteile vor Augen geführt. Dreißigacker, der bis Dezember als Leitender Bundestrainer im Bereich Lauf/Gehen beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) tätig war, ist der Chefcoach für das ambitionierte Unternehmen „OAC Europe“, das „On“ anlässlich eines Pressetermins in Zürich, Sitz des börsennotierten Unternehmens, offiziell vorgestellt hat. Unterstützt wird Dreissig­acker von Bühner, dem Athleten-Manager, der den Kontakt zu Fabiane Meyer hergestellt hat.

Meyer eines Tages gegen Klosterhalfen?

Neugierig riskierte sie einen Blick auf die rote Kunststoffbahn und das weite Rund. Menschenleer waren die Tribünen, doch am 8. September ist hier wieder der Bär los. An die 30 000 Schaulustige werden das Letzigrund beim Meeting „Weltklasse in Zürich“ in einen wahren Hexenkessel verwandeln. „Hier möchte ich auch mal laufen“, meinte Fabiane Meyer und drehte schon mal eine Runde auf dem Tartanbelag, „das wäre cool!“

Fabiane Meyer (rechts) siegte 2021 bei den Deutschen Meisterschaften über 1500 Meter. Foto: imago/Beautiful Sports

Vielleicht sogar Seite an Seite mit Konstanze Klosterhalfen, der besten deutschen Mittel- und Langstrecklerin, die von „Nike“, dem Branchenprimus unter den Sportartikelfirmen, gesponsert wird. „Na ja“, meinte sie, „das wird noch etwas dauern, die ist viel, viel schneller.“ Erst mal sei es wichtig, ihre 1500-m-Bestzeit von 4:18,69 Minuten auf „unter 4:15“ zu drücken, so das vorsichtige Saisonziel von Thomas Dreissigacker, der sie in den höchsten Tönen lobt: „Die Kooperation mit ihr klappt ganz ausgezeichnet“, berichtete er. „Fabiane weiß, was sie will.“

Ja, ihr gefällt das neue Leben. „Das macht richtig Spaß!“ Wenn sie nicht gerade im Trainingslager in Südafrika weilt, wo das „OAC Team Europe“ gleich zweimal in diesem Frühjahr Station machte, wohnt Fabiane Meyer in Potsdam, wo nahezu Profi-Bedingungen geboten werden. Da kann sie nach Lust und Laune laufen, was sie am liebsten tut.

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