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Boxen

Verband lässt keine Russinnen zu: Deutsche Staffel bei EM

Hamburg (dpa)

Die deutschen Boxerinnen können an den Europameisterschaften der Frauen im montenegrinischen Budva teilnehmen.

Von dpa

Boxhandschuhe liegen auf einer Bank. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Ursprünglich hätten sie auf das Championat verzichten müssen, weil der Boxweltverband IBA vor wenigen Tagen Athleten, Kampfrichter und Funktionäre aus Russland und Belarus zugelassen hatte. Diese waren bislang wegen der russischen Invasion in der Ukraine suspendiert. Der Europaverband teilte jedoch mit, dass die Meldeliste für die Titelkämpfe vom 15. bis 23. Oktober bereits geschlossen sei und Athletinnen aus Russland und Belarus deshalb nicht teilnehmen könnten.

Das für den Sport zuständige Bundesinnenministerium gewährt deutschen Sportlern keine Fördermittel für die Teilnahme an Veranstaltungen mit Russen und Belarussen. Zudem hat der Deutsche Olympische Sportbund empfohlen, solche Wettkämpfe und Trainingslager zu meiden. «Der Empfehlung folgen wir», sagte Michael Müller, Sportdirektor des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV), am Freitag. Tags zuvor hatte sich eine neue Lage ergeben. «Wir haben uns am Donnerstagabend mit dem BMI abgestimmt. Unsere Staffel kann jetzt teilnehmen.»

Mit großer Wahrscheinlichkeit werden keine deutschen Faustkämpfer an der U19-WM Mitte November in Alicante teilnehmen. Aus jetziger Sicht sind Russland und Belarus vertreten. Müller: «Wir stehen nicht allein. Fast die gesamte westliche Hemisphäre sieht es genauso.» Eine neue Situation ergibt sich erst, wenn das IOC russische Athleten zulässt. Weltweit wird gemahnt, den politischen Konflikt nicht auf dem Rücken der Athleten auszutragen.

Der Westen drängt auf einen Verbleib des Boxens im olympischen Programm. Das IOC hat die IBA 2019 suspendiert und droht mit einer Streichung aus dem Olympia-Programm 2028. Der Präsident der IBA, der Russe Umar Kremlew, scheint zu einem Bruch mit dem IOC bereit zu sein. «Boxen ohne Olympia wird es mit uns nicht geben», sagte Müller. «Wir kämpfen mit aller Macht für eine olympische Zukunft.»

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