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Deutsche Fußball Liga

Ex-HSV-Managerin Kraus fordert Umdenken nach Hopfens DFL-Aus

Hamburg (dpa)

Ex-HSV-Managerin Kraus fordert ein Umdenken in der DFL.

Von dpa

Fordert ein Umdenken bei der DFL: Katja Kraus. Foto: David Inderlied/dpa

Katja Kraus, frühere Fußball-Funktionärin beim Hamburger SV, fordert nach dem Anfang Dezember verkündeten Aus von Donata Hopfen als Chefin der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine Auseinandersetzung mit der Frage, wie Kompetenzen von außen erfolgreich genutzt werden können.

«Es reicht nicht, Menschen aus anderen Branchen einzusetzen, sondern es braucht Vertrauen und Unterstützung, um sie wirksam werden zu lassen», sagte die 52-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

«Es ergibt keinen Sinn, jemanden von außen einzustellen, und diesem Menschen dann vom ersten Tag an zur Last zu legen, dass er oder sie von außen kommt», erklärte Kraus, die zwischen 2003 und 2011 als erste Frau im Vorstand eines deutschen Fußball-Bundesligisten arbeitete. «Aus der Position der Schwäche kann niemand souverän aufspielen und die neuen Impulse einbringen, die der Fußball so dringend braucht.»

Hopfen hatte im sozialen Netzwerk «LinkedIn» unter anderem mangelnde Rückendeckung beklagt. Sie sei von außen gekommen, «als Nicht-Fußballer, als Frau mit einem klaren Plan, wie die DFL in die Zukunft geführt werden kann: Digital, International und mit starken Partnern und Gesellschaftern», schrieb sie. 

Hopfens Antritt als DFL-Geschäftsführerin im Januar habe sie gefreut, «weil es ein wichtiges Signal war. Wir brauchen weibliche Vorbilder, die Frauen, die Fantasie geben, im Fußballgeschäft erfolgreich sein zu können», sagte Kraus, hinter der eine Karriere als Profi-Torhüterin liegt.

Auch, dass Hopfen nicht aus dem direkten Fußballumfeld stamme und es trotzdem an die Spitze des Ligaverbands schaffte, sei ein gutes Zeichen gewesen. «Wenn der Fußball sich im Gleichklang mit der Gesellschaft entwickeln will, dann muss die Überzeugung für Kompetenzen aus anderen Bereichen und die Lust an unterschiedlichen Perspektiven wichtiger sein, als Machtkonzentration, Bestandswahrung und lähmende Selbstgewissheit», forderte Kraus.

Die DFL wird nach Hopfens Abgang von Axel Hellmann und Oliver Leki angeführt. Der Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt und der Finanzvorstand des SC Freiburg übernahmen bis zum 30. Juni 2023 die Aufgaben der bisherigen Geschäftsführerin.

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