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Schach-Weltverband

Russe Dworkowitsch bleibt Fide-Präsident

Berlin (dpa)

Der Russe Arkadij Dworkowitsch bleibt Präsident des Schach-Weltverbandes Fide. Der 50-Jährige, der von 2000 bis 2018 der russischen Regierung angehörte, wurde im indischen Chennai mit einer klaren Mehrheit von 157:16 Stimmen für vier weitere Jahre im Amt bestätigt.

Von dpa

Arkadij Dworkowitsch wurde mit großer Mehrheit in seinem Amt als Präsident des Schach-Weltverbandes bestätigt. Foto: Pavel Golovkin/AP/dpa/Archivbild

Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Wiederwahl Dworkowitschs laut russischen Medien als «sehr gute Nachricht». Dworkowitsch kandidierte zusammen mit dem indischen Ex-Weltmeister Viswanathan Anand, der nun sein Stellvertreter ist.

Der Deutsche Schachbund (DSB) hatte sich für einen Neuanfang beim Weltverband und die Kandidatur des Ukrainers Andrej Baryschpolez stark gemacht. Der 31 Jahre alte Großmeister stehe «glaubwürdig für einen Neuanfang bei der Fide. Das Zurückdrängen russischer Einflussnahme im internationalen Schach sowie eine transparente und offene Verbandsführung sind Anliegen, die unsere volle Unterstützung finden», hatte DSB-Präsident Ullrich Krause gesagt. Dworkowitschs Ablösung war aber nur von wenigen Verbänden gefordert worden. Neben der Ukraine und Deutschland kamen solche Stimmen unter anderen noch aus Skandinavien und dem Baltikum.

Schach-Olympiade von Russland nach Indien verlegt

Nach dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine hatte die Fide die 44. Schach-Olympiade von Russland ins indische Chennai verlegt und russische Teams davon ausgeschlossen. Russische Schachspieler dürfen nur noch unter der Flagge der Fide antreten. Zudem wurde der frühere WM-Herausforderer Sergej Karjakin wegen Unterstützung für die russische Invasion für sechs Monate gesperrt.

Die Wahlkommission der Fide hatte insgesamt vier Kandidatenteams zugelassen. Baryschpolez, der in Los Angeles für eine Unternehmensberatung arbeitet, hatte sich mit Peter Heine Nielsen, dem dänischen Trainer von Weltmeister Magnus Carlsen, zusammengetan. Bachar Kouatly, ein französischer Großmeister syrischer Herkunft und bisher stellvertretender Fide-Präsident, nahm seine Kandidatur zurück.

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