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Sportpolitik

Ziel- und Wendepunkt Bewegungsgipfel: Mehr Sport für alle

Berlin (dpa)

Vom Bewegungsgipfel in Berlin soll ein Signal des Aufbruchs ausgehen. Die Deutschen sollen zu mehr Sport und körperlicher Aktivität gebracht werden.

Andreas Schirmer, dpa

Das Logo des «Deutschen Olympischen Sportbundes» (DOSB) an dessen Hauptsitz in Frankfurt/Main. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Der Bewegungsgipfel am Dienstag (10.00 Uhr) in Berlin ist der Beginn einer gemeinsamen Anstrengung von Bundesministerien und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Ziel dieser Initiative ist, dem weitverbreiteten Bewegungs- und Sportmangel bei Jung und Alt in Deutschland entgegenzuwirken. 

Teilnehmer des Bewegungsgipfels 

Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (beide SPD) richten den Bewegungsgipfel in der Max-Schmeling-Halle aus. Erwartet werden Minister und Staatssekretäre aus neun Bundesressorts, Vertreter der Bundesländer und der kommunalen Spitzenverbände, Mitglieder des Bundestages sowie des DOSB.

«Sie verpflichten sich gemeinsam, konkrete Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um Bewegung und Sport für alle Menschen in Deutschland möglich und einfach erreichbar zu machen – unabhängig von Wohnort, Herkunft, Geschlecht, Alter, finanziellen Möglichkeiten und individuellen körperlichen und geistigen Fähigkeiten», heißt es in der Einladung des Innenministeriums zum Gipfel.

Lage des Sports und der Bewegung in Deutschland

Auf den ersten Blick ist Deutschland ein sportliches Land. Im DOSB sind 27 Millionen Menschen in 87.000 Vereinen organisiert. Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Robert Koch-Instituts (RKI) weisen aber auf eine kritische Situation in Bezug auf die körperlichen Aktivitäten der Bevölkerung hin.

Laut RKI erreichen lediglich ein Viertel der Kinder und Jugendlichen und nur ein Fünftel der Erwachsenen die Empfehlungen zur Bewegung. Der jüngste WHO-Bericht zeigte zudem, dass 44 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer über 18 Jahre aktiver werden müssten. Außerdem bewegten sich 88 Prozent der Mädchen und 80 Prozent der Jungen zu wenig.

Ziel des Bewegungsgipfels

Nach der Premiere des Bewegungsgipfels soll im nächsten Jahr die Detailarbeit zu verschiedenen Handlungs- und Problemfeldern beginnen. Das soll zu einem Entwicklungsplan Sport und einer Strategie zur Umsetzung führen. Ein Fokus liegt auf den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen, die von den Auswirkungen der Corona-Pandemie durch Schließung von Sportanlagen und Ausfall von Sportunterricht besonders betroffen waren.

Hinzu kommen die Sportstättensituation, Nachhaltigkeit, Stärkung des Ehrenamtes, Integration und Inklusion oder Sport in Schule und Kitas. Geklärt werden muss am Ende zudem, wo der Breitensport und die Sportentwicklung eine Schnittstelle auf dem bundespolitischen Parkett bekommen. Eine Stabsstelle im Kanzleramt anlog der für Kultur wäre ein Signal. Bisher ist der Breitensport Sache der Länder und der Spitzensport im BMI angesiedelt.   

Erwartungen des organisierten Sports

«Wir müssen die Gesellschaft wieder in Bewegung bringen», sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert. Dafür bedürfe es eines Kulturwandels, der anerkennt, dass Bewegung und Sport unverzichtbar und von unschätzbarem Wert seien - für die Entwicklung von Kindern und jungen Menschen als auch für das Wohlbefinden und die Gesunderhaltung der erwachsenen Bevölkerung.

«Der Gipfel wird einen richtigen Schub, einen Paradigmenwechsel auslösen - wenn jeder liefert», sagte Michaela Röhrbein, Vorstand Sportentwicklung des DOSB. Abgesehen von der Vielzahl der Themen, die angepackt werden müssen, erhofft sich der Dachverband für die größte Bürgerbewegung des Landes auch Anerkennung der Politik, die in der Corona-Krise gefehlt habe und zu Bewegungsstillstand durch Lockdowns geführt hat.

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