1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Tennis
  6. >
  7. Favoriten, Fragezeichen, deutsche Hoffnungen - alle Infos vor dem Start

  8. >

Tennis: Wimbledon

Favoriten, Fragezeichen, deutsche Hoffnungen - alle Infos vor dem Start

Münster

Ab Montag geht es auf dem Heiligen Rasen in Wimbledon rund, der Tennis-Klassiker ruft. Unsere Zeitung beantwortet vorab die wichtigsten Fragen.

Von Henner Henning

Wie fit Rafael Nadal in Wimbledon an den Start geht, bleibt ein Rätsel. Foto: Imago/Shutterstock

Wimbledon – neun Buchstaben, die für die Tenniswelt eine ganz besondere Bedeutung haben. Der Rasenklassiker an der Church Road zieht Spieler wie Fans in den Bann, das Flair im „All England Lawn Tennis and Croquet Club“ ist einzigartig. Doch in diesem Jahr liegt ein Schatten über dem dritten Grand-Slam-Turnier des Jahres, wegen Russlands Angriffskrieg in der Ukraine sind russische wie belarussische Spielerinnen und Spieler ausgeschlossen. Eine Entscheidung mit Folgen, Punkte für die Weltrangliste gibt es keine. Und mit dem Ersten des Rankings, Daniil Medwedew, Andrej Rublew oder der Vorjahreshalbfinalistin Aryna Sabalenka fehlen prominente Namen.

Wer sind die Favoriten im Herren-Feld? Geht es in Wimbledon um die Titelfrage, fällt zuallererst der Name Novak Djokovic. Seine letzte Niederlage in London stammt aus 2017, seine Match-Bilanz an der Church Road steht bei 79:10. Ihre Qualitäten auf Rasen haben zuletzt und erneut der italienische Vorjahresfinalist Matteo Berrettini (Erfolge in Stuttgart und Queen’s) und Hubert Hurkacz (Sieger in Halle) bewiesen, der 2021 im Halbfinale von Wimbledon stand. Für Überraschungen könnten Andy Murray und Nick Kyrgios gut sein, auch Stefanos Tsitsipas und Felix Auger-Aliassime könnten weit kommen.

Neuer Hoffnungsträger nach Zverev-Aus

Was ist mit Rafael Nadal? Diese Frage ist kaum zu beantworten. Der Spanier, der in Paris seinen 22. Major-Titel gewonnen hat, bereitete sich auf Mallorca vor. Sein lädierter Fuß scheint einen Start zuzulassen – und sollte er dabei sein, darf man dem Sieger von 2008 und 2010 alles zutrauen. Das haben schon die ersten beiden Grand-Slam-Turniere gezeigt. Der Spanier startet gegen Francisco Cerundolo (Argentinien).

Was ist von den deutschen Herren zu erwarten? Für den verletzten Alexander Zverev nimmt Oscar Otte die Rolle des Hoffnungsträgers ein. Mit den Halbfinal-Einzügen in Stuttgart und Halle bewies er seine Klasse auf Rasen, rückte in der Weltrangliste auf Rang 37 vor und trifft als Nummer 32 der Setzliste im deutschen Duell auf Peter Gojowczyk. Daniel Altmaier, der gegen den Schweden Mikael Ymer startet, zeigte gute Ansätze. Ihm fehle „auf Rasen aber noch die Erfahrung und Routine“, wie der 23-Jährige in Halle gestand. Nach seiner Verletzung außer Form war zuletzt Jan-Lennard Struff, der in Wimbledon nie über Runde drei hinauskam und mit Carlos Alcaraz gleich einen Top-Star zugelost bekam. Aus der Qualifikation spielten sich Maximilian Marterer (nun gegen Aljaz Bedene) und Nicolas Kuhn (gegen Brendon Nakashima) ins Hauptfeld.

So hoch ist das Wimbledon-Preisgeld 2022

Wer gehört bei den Damen zu den Titelanwärterinnen? Nach dem Rücktritt von Ashleigh Barty wird es 2022 eine neue Siegerin geben. So dürfte Iga Swiatek als Kandidatin Nummer eins gelten, auch wenn sie ohne Rasen-Praxis nach London reist – dafür aber mit einer Siegesserie von 35:0. Ons Jabeur (Tunesien), dazu die aufstrebende Coco Gauff, Madison Keys (beide USA), Bianca Andreescu (Kanada) oder die Tschechin Karolina Pliskova stehen auch auf Experten-Zetteln. Als Wundertüte gilt Serena Williams (40), die nach knapp einem Jahr Pause ihr Comeback feiert. Ein Duell mit der 23-fachen Siegerin bei Grand Slams wünscht sich wohl keine Kontrahentin – Harmony Tan (Frankreich) hat das Vergnügen, danach könnte die an Position 32 gesetzte Sara Sorriba Tormo die Gegnerin sein.

Die deutschen Hoffnungen ruhen auf der Vorjahreshalbfinalistin Angelique Kerber. Foto: Imago/tennisphoto.de

Was ist Angelique Kerber und Co. zuzutrauen? Die Kielerin unterstrich vor Jahresfrist ihre Fähigkeit, auf Rasen überragend zu spielen. Die Wimbledon-Siegerin von 2018 erreichte zuletzt das Halbfinale, stand zudem 2016 im Endspiel – verpatzte aber nun die Generalprobe in Bad Homburg und hat gegen Kristina Mladenovic gleich eine knifflige Aufgabe zu lösen. Andrea Petkovic ist gegen die Schweizerin Viktorija Golubic gefordert, Qualifikantin Nastja Schunk spielt bei ihrer Premiere gegen Mihaela Burzanescu.

Wie viel Preisgeld wird ausgeschüttet? Jeweils satte zwei Millionen Pfund erhalten die beiden Einzelsieger, Verlierer der ersten Runde bekommen immerhin als Trostpflaster 50 000 Pfund.

Was ist neu in diesem Jahr? Erstmals finden am „Middle Sunday“ Spiele statt, der traditionell freie Sonntag ist gestrichen. „Dadurch, dass am zweiten Sonntag künftig gespielt wird, können wir das wunderbare Erlebnis Wimbledon mit noch mehr Menschen auf der ganzen Welt teilen“, sagte Geschäftsführerin Sally Bolton. Auf gut deutsch: Der Veranstalter freut sich über mehr Geld.

Startseite
ANZEIGE