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Diskussion um Impfvorteile

DOSB: Sportler-Impfungen «möglichst bald im zweiten Quartal»

Frühere Impfungen für Spitzensportler? Diese Debatte will nicht verstummen. Zwar lehnen viele Sportfunktionäre eine Bevorzugung von Athleten ab - ganz hinten anstellen aber wollen sie sich auch nicht.

dpa

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. Foto: Fabian Strauch

Berlin (dpa) - Die Diskussion um Impfvorteile für Spitzensportler hält an.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann sprach sich dafür aus, dass mögliche Olympia-Teilnehmer «im zweiten Quartal möglichst bald an die Reihe kommen - nicht im Sinne einer Bevorzugung, sondern dann, wenn genügend Impfstoff da ist». Der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes erwartet für das Frühjahr und die Wochen vor den Sommerspielen in Tokio «ein völlig anderes Szenario» als jetzt in der Zeit der Knappheit des Corona-Impfstoffs, wie Hörmann in einem «Sportschau»-Podcast sagte.

Speerwurf-Bundestrainer Boris Obergföll wünscht sich eine Impfung der deutschen Olympia-Delegation. «Aus Deutschland werden rund 1000 Athleten und Betreuer nach Tokio reisen. Das sind 1000 von 83 Millionen Menschen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Sie sollten geimpft werden - und wenn es geht, im Juni und nicht zwei Wochen vor den Spielen. Darüber sollte man nachdenken.»

Zuerst müsste man schauen, dass die 20 Millionen Menschen aus den Risikogruppen geimpft würden, räumte Obergföll ein. «Dann würde ich aber schon schauen - bei der geringen Anzahl von Athleten und Betreuern -, dass sie vor den Olympischen Spielen, wenn genügend Impfdosen zur Verfügung stehen, geimpft werden. Vielleicht klappt das», meinte Obergföll.

Die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Dagmar Freitag, hält diese Hoffnung für wenig realistisch. «Hier trifft ein durchaus nachvollziehbarer Wunsch auf die Wirklichkeit», sagte die SPD-Politikerin der ARD. «Wir sehen jeden Tag, wie mühsam es ist, eine funktionierende Impf-Infrastruktur in Gang zu bringen», fügte Freitag hinzu.

Nach Ansicht von Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge könnten Profifußballer als Vorbild bei möglichen Impf-Zweifeln dienen. «Lässt sich beispielsweise ein Spieler des FC Bayern impfen, wächst das Vertrauen in der Bevölkerung», sagte Rummenigge bei «Sport1». «Denn ich weiß als ehemaliger Fußballer, was der Körper für einen Sportler bedeutet: Alles! Wir wollen uns überhaupt nicht vordrängen, aber Fußballer könnten als Vorbild einen gesellschaftlichen Beitrag leisten.»

Biathlon-Olympiasieger Arnd Peiffer hält Sportler-Impfungen für «schwierig», sagte der 33-Jährige dem Nachrichtenportal «t-online»: «Denn es ist einfach niemandem zu vermitteln, wenn über 80-Jährige oder Pflegekräfte später drankommen, damit die deutsche Olympiadelegation mit 600 Personen geimpft nach Tokio fliegen kann.»

Der Interims-Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB), Christian Künast, äußerte sich indes «zurückhaltend» zu möglichen bevorzugten Corona-Impfungen von Sportlern. «Ich bin ganz klar der Meinung, dass das gesellschaftspolitisch abgestimmt werden muss», sagte Künast (49) dem «Mannheimer Morgen» (Dienstag) auf die Frage, ob es solche Überlegungen für die Eishockey-WM im Mai gebe: «Ärzte, Pflegepersonal, Senioren- und Pflegeheime sollten auf jeden Fall Vorrang haben, bevor man über Athletinnen und Athleten spricht.»

© dpa-infocom, dpa:210209-99-366860/5

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