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Nun gegen Dänemark

England spaziert ins EM-Halbfinale: Kantersieg gegen Ukraine

Rom (dpa)

Deutschland-Bezwinger England behielt die Nerven. Mit einem am Ende souveränen 4:0 über die Ukraine zogen die Three Lions ins Halbfinale gegen Dänemark ein. Damit ist der Traum vom EM-Endspiel in Wembley nur noch einen Sieg entfernt.

Von Miriam Schmidt und Heinz Büse, dpa

Englands Spieler bejubeln den Erfolg im Viertelfinale. Foto: Lars Baron/Pool Getty/dpa

Englands Kapitän Harry Kane führte die Ehrenrunde vor den singenden und jubelnden Fans an, die Ukraine um Trainer Andrej Schewtschenko verabschiedete sich emotional von der EM und ihren Anhängern. Am Ende des einseitigen EM-Viertelfinales gab es stolze Gewinner und stolze Verlierer.

Zur Freude von Kane kann England weiter von der Titel-Krönung im Londoner Wembley-Stadion träumen. Angeführt von ihrem Torjäger stürmten die Three Lions gegen einen überforderte Gegner mit einem 4:0 (1:0) in ihr erstes EM-Halbfinale seit 25 Jahren.

Vor rund 11.880 Zuschauern in Rom verdiente sich die Mannschaft von Trainer Gareth Southgate den Sieg vor allem mit einer starken zweiten Halbzeit und beendete das EM-Märchen des Überraschungsteams Ukraine. England spielt damit am Mittwoch in Wembley im Halbfinale gegen Dänemark um die Chance auf seinen ersten großen Fußball-Titel seit dem WM-Triumph 1966. «Das ist ein Superabend, ein großer Tag für den Fußball. Es wartet nun ein großes Match auf uns. Aber wenn wir die Dynamik aufrechterhalten, schaffen wir das auch», kommentierte Kane voller Selbstvertrauen.

England im fünften Spiel ohne Gegentor

Vier Tage nach dem 2:0 im Achtelfinale gegen Deutschland erzielten Kane mit einem Doppelpack (4./50 Minute), Abwehrchef Harry Maguire (46.) und der kurz zuvor eingewechselte Jordan Henderson (63.) die Treffer für die Engländer, die vor allem in der zweiten Halbzeit auch offensiv überzeugten. Vor der Pause hatte sich der Favorit nach der frühen Führung vor allem auf das Verteidigen beschränkt und war damit als einziges Team auch im fünften EM-Spiel ohne Gegentor geblieben. Von der Ukraine von Andrej Schewtschenko kam viel zu wenig für die nächste Überraschung bei dieser EM und den allerersten Halbfinal-Einzug bei einem großen Turnier.

Englands Abwehrchef und Torschütze Maguire (46.) geriet ins Schwärmen und stellte weitere Erfolge in Aussicht: «Halbfinale, das ist eine Riesenleistung, sensationell. Wir hoffen, dass es so weiter geht. Wir wollen nicht nur ins Halbfinale, wir wollen den großen Coup landen.»

Obwohl die Engländer erstmals im bisherigen Turnierverlauf keinen Heimvorteil hatten und in Rom aufgrund der Corona-Pandemie auf Fans mit Wohnsitz in Großbritannien verzichten mussten, gab es von den Rängen im Stadio Olimpico mehr Unterstützung für sie als für den Gegner. Das sorgte offenbar für zusätzlichen Auftrieb. Gleich bei ihrem ersten gefährlichen Angriff wurden die Three Lions ihrer Favoritenrolle gerecht. Nach Zuspiel von Raheem Sterling war Kane zur Stelle und sorgte mit seinem zweiten Turniertreffer für die Führung.

Defensive der Ukrainer früh geknackt

Damit war die von Trainer Schewtschenko verordnete Defensive der Ukrainer schon früh geknackt. Das spielte den bisher abwehrstarken Engländern in die Karten. Vorerst überließen sie dem Außenseiter die Regie. Von dem erstmals seit EM-Start in die Startelf beorderten Noch-Dortmunder Jadon Sancho, der vor einem Wechsel zu Manchester United steht, war in dieser Phase ebenso wenig zu sehen wie von Mason Mount. Mittelfeldspieler Mount hatte das Achtelfinale gegen Deutschland verpasst, weil er nach einem Kontakt zum positiv auf Corona getesteten Schotten Billy Gilmour in Isolation musste.

Die Zurückhaltung der Engländer nach dem 1:0 ermutigte die Ukrainer zu eigenen Angriffen. So war Torhüter Jordan Pickford bei einem Schuss von Roman Jaremtschuk erstmals gefordert (17.). Doch wirklich in Verlegenheit geriet die englische Abwehr nur selten. Dass die Ukrainer in Sergej Kriwzow ihren zentralen Spieler in der Fünfer-Abwehrkette verletzt auswechseln mussten (35.), trug ebenfalls nicht zur Stimmungsaufhellung bei.

Doch auch die Engländer geizten lange mit Torraumszenen. Nur wenn der schnelle Sterling beteiligt war, wurde es gefährlich. So bereitete der dribbelstarke Angreifer von Manchester City auch die zweite Chance seiner Mannschaft durch Declan Rice vor (33.), der jedoch an Torhüter Georgi Buschtschan scheiterte. Erst kurz vor der Pause stieg der Unterhaltungswert der bis dahin unspektakulären Partie, die vom deutschen Schiedsrichter Felix Brych souverän geleitet wurde. Sancho (40.) verpasste in seiner ersten wirklich auffälligen Szene jedoch das mögliche 2:0

England ein Meister der Effizienz

Die Ukrainer wurden nach Wiederanpfiff erneut kalt erwischt. Nach einem Freistoß von Luke Shaw war Abwehrspieler Maguire per Kopf zur Stelle und sorgte für das 2:0. Nur vier Minuten später erwiesen sich die Engländer erneut als Meister der Effizienz: So nutzte Kane eine weitere Flanke von Shaw mit einem Kopfball zum vorentscheidenden 3:0.

Abgerundet wurde der starke Auftritt der Engländer in der 2. Halbzeit durch das 4:0 von Henderson. Beim Profi des FC Liverpool fiel die Freude besonders groß aus. Schließlich war es sein erster Treffer in seiner langen Nationalmannschaftskarriere. «Das ist ein Riesenabend. Ich bin sehr froh, dass ich es abschließen konnte», kommentierte Henderson.

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