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Nationalmannschaft

Flick startet WM-Countdown mit Nations-League-Prüfungen

Bologna (dpa)

170 Tage sind es noch bis zum Anpfiff der Fußball-WM in Katar. Vor dem Urlaub wartet auf die Nationalspieler um Kapitän Neuer noch ein knüppelhartes Programm.

Von Klaus Bergmann, Jan Mies und Johannes Neudecker, dpa

Bundestrainer Hansi Flick (M) startet mit dem DFB-Tross nach Bologna. Foto: Löb Daniel/dpa

Genug trainiert. Genug geredet. Genug gewartet. Nach zwei Wochen intensiver Vorbereitung will sich die von Kapitän Manuel Neuer angeführte Fußball-Nationalmannschaft unbedingt im Wettkampf beweisen.

Italien gegen Deutschland in Bologna - 170 Tage vor dem Anpfiff der Weltmeisterschaft in Katar soll die Kraftprobe der beiden jeweils viermaligen Weltchampions aufzeigen, wo Bundestrainer Hansi Flick mit seinem Kader steht. Rückenwind? Oder Stimmungsdämpfer?

Ausgangslage

«Wir sind alle froh, dass es endlich losgeht», sagte Flick vor dem kurzen Ausflug des DFB-Trosses vom Stammquartier in Herzogenaurach nach Bologna. Gute zwei Wochen konnte der 57-Jährige den 26-köpfigen Kader mit Ausnahme des nach einem Infekt zum Auftakt noch fehlenden Dortmunders Marco Reus auf die vier Aufgaben in der Nations League vorbereiten. Italien, England, Ungarn und noch mal Italien - vor dem Urlaub müssen die Spieler Kräfte mobilisieren. «In Marbella und jetzt in Herzogenaurach hatten wir eine gute Vorbereitung. Wir sind happy, jetzt loszulegen. Wir alle sind motiviert», sagte der 57 Jahre alte Flick zum Saisonausklang.

Nations League

Zum dritten Mal wird der UEFA-Wettbewerb ausgespielt. Beim DFB stand er unter Flicks Vorgänger Joachim Löw im Verdacht, eher unwichtig und bisweilen sogar lästig zu sein. Flick dagegen visiert den Einzug ins Final Four als Erster der starken Gruppe mit Europameister Italien, dem EM-Zweiten England und Ungarn an. Bayern-Profi Joshua Kimmich formulierte die Sicht des Spielers. «Ich finde es besser, Nations-League-Spiele zu machen, wo es um etwas geht, als Freundschaftsspiele», sagte der 27-Jährige.

Italien

So richtig weiß Flick nicht, was er vom deutschen Angstgegner erwarten soll. Vor einem Jahr standen die Italiener noch nach dem Finalsieg gegen England im Londoner Wembley-Stadion als bewunderte und strahlende Europameister da. Jetzt sind sie radikal abgestürzt, haben die WM verpasst und müssen den nächsten Neuaufbau starten. Flick will sich im 36 000 Zuschauer fassenden Stadio Renato Dall'Ara ganz auf seine Elf konzentrieren. «Wir erwarten, dass wir sehr fokussiert sind, dass wir aktiv sind, dass wir versuchen, den Gegner unter Druck zu setzen.» In seinem zehnten Länderspiel als Chef peilt Flick den neunten Sieg an. Er will ungeschlagen bleiben.

Wundertüte

Trainer Roberto Mancini muss die Squadra Azzurra neu formieren nach dem 0:3 gegen Argentinien am Mittwoch in London. «Viele sind gegangen, weil sie sich auch physisch erholen mussten. Sie waren nicht in der Verfassung, vier Partien zu spielen», sagte er. Auch Kapitän und Abwehrgarant Giorgio Chiellini hat sich aus dem Team verabschiedet. «Wir nehmen mehr Risiko auf uns, weil wir offensichtlich viel verändern», sagte Mancini. Vorteil Deutschland? So sollte es eigentlich sein. Der letzte von nur zwei Auswärtssiegen liegt immerhin schon 36 Jahre zurück. 1986 in Avellino gab es ein 2:1 der DFB-Auswahl: Lothar Matthäus erzielte damals das Siegtor.

Jubilar

Flick will in Bologna die «bestmögliche Mannschaft» auf den Rasen schicken. Also eine Elf, die auch bei der WM beginnen könnte. Dazu sollte auch Timo Werner zählen, der aber immer wieder öffentlich hinterfragt wird. Beim Bundestrainer aber genießt der Angreifer des FC Chelsea ein hohes Ansehen. Der erfolgreichste Torschütze unter Flick (6 Treffer) steht vor seinem 50. Länderspiel für Deutschland. Flick sagte am Freitag: «Ich habe ihn sehr engagiert und konzentriert erlebt. Er ist auch sehr fit, was bei Timo immer sehr wichtig ist.»

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