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Biathlon

Herrmann-Wick trotz Platz 15 im Plan für die Heim-WM

Ruhpolding (dpa)

In der Loipe war keine schneller als Denise Herrmann-Wick. Doch sie schießt zu oft daneben. Mit Blick auf die Heim-WM bleibt die Olympiasiegerin zuversichtlich.

Von Thomas Wolfer, Sandra Degenhardt und Jana Glose, dpa

Musste sich beim Einzel in Ruhpolding mit Platz 15 zufriedengeben: Denise Herrmann-Wick. Foto: Sven Hoppe/dpa

Die verkorkste WM-Generalprobe im Einzel hakte Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick ganz schnell ab. «Ich denke, dass meine Form eine gute Basis für die WM ist. Jetzt heißt es, wirklich gesund bleiben», sagte die 34-Jährige nach Platz 15 beim Weltcup-Heimspiel in Ruhpolding.

Drei Fehler leistete sich die Goldmedaillen-Gewinnerin von Peking in dieser Disziplin in ihrer Wahlheimat. Das reichte beim Sieg der fehlerfreien Italienerin Lisa Vittozzi trotz der schnellsten Laufzeit im Feld nicht einmal für die Nähe des Podests. Doch das spielte für die Sächsin eine untergeordnete Rolle: Der ganze Fokus liegt auf der Weltmeisterschaft vom 8. bis 19. Februar im thüringischen Oberhof.

«Dreimal ein Fehler sind zwei zu viel. Das läufst du nie im Leben wieder raus», bilanzierte Herrmann-Wick. «Unter dem Strich ist es nicht so das perfekte Rennen gewesen. Ich hatte jetzt keinen ganz großen Schnitzer drin.»

Voigt als Elfte beste Deutsche

Angefeuert von 10.000 Zuschauern, darunter Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner und «viele aus der Nachbarschaft», wie Herrmann-Wick sagte, hatte sie nach den 15 Kilometern 2:43,8 Minuten Rückstand auf Vittozzi. Beste Deutsche war Vanessa Voigt als Elfte. Die 25-Jährige schoss einmal daneben und lag 2:10,7 Minuten hinter der Spitze.

Knapp vier Wochen vor dem WM-Auftakt genossen die Deutschen auch ohne Spitzenresultat die Atmosphäre vor heimischem Publikum. «Man versucht, das positiv aufzufassen, dass man maximal gepusht wird. Es ist schon riesig», sagte Herrmann-Wick.

Das half ihr auch, ihre Patzer am Schießstand zu vergessen. Denn mit drei Strafminuten ist kaum etwas zu gewinnen. Zumal in den Top 15 alle anderen fehlerfrei geblieben waren oder maximal eine Strafminute schossen. Dabei präsentierte sich die Ex-Weltmeisterin auch am Schießstand zuletzt in sicherer Form.

Herrmann-Wick: «Man will es übergenau machen»

«Zweimal war es die letzte Scheibe. Ich wurde schon darauf aufmerksam gemacht, dass ich bald dafür zahlen muss», nahm es Herrmann-Wick mit Humor und erklärte weiter: «Man will es übergenau machen und verlässt dann doch mal seinen Rhythmus, da geht auch mal ein Schuss daneben.»

Vanessa Voigt stimmte positiv, dass es auf der Strecke viel leichter ging als zuletzt auf der Pokljuka. Aber vor allem bei der Schießgeschwindigkeit ist die 25-Jährige noch nicht Weltklasse: «Gerade am Schießstand habe ich wieder sehr langsam agiert die ersten dreimal. Dann dachte ich mir, ich mache es wie im Training. Und man sieht, dass das auch klappt.» Besser präsentieren will sie sich am Samstag mit der Staffel: «Ich bin guter Dinge, dass da einiges möglich ist, das Podest wollen wir auf jeden Fall wieder angreifen.»

Die anderen Deutschen schafften es nicht in die Top 20: Janina Hettich-Walz belegte Rang 26, Sophia Schneider wurde 33., Juliane Frühwirt 35. und Anna Weidel kam als 37. ins Ziel. «Wenn ich sehe, wie oft wir den letzten Schuss danebengeschossen haben, da haben wir sehr viel hergeschenkt», sagte Damen-Coach Kristian Mehringer.

Keine technischen Probleme beim Frauen-Einzel

Am Tag nach dem Männer-Einzel, bei dem mehrfach der Strom ausgefallen war, lief diesmal alles wie gewohnt glatt. Die Probleme hatte es wegen einer technischen Störung im Stromnetz und dem Ausfall des Notfallsystems gegeben. Man gehe aber nicht davon aus, dass es ähnliche Zwischenfälle erneut geben werde, hieß es. Um das abzusichern, wurde für das Reservesystem ein weiteres vom Stromnetz unabhängiges Sicherungsaggregat in Betrieb genommen.

Nicht bei den Heimrennen dabei war wie in Pokljuka die gesundheitlich angeschlagene Ex-Weltmeisterin Franziska Preuß, die aber weiterhin auf Einsätze bei der WM in Oberhof ab 8. Februar hofft. Sie wolle aber vor der WM mindestens noch ein Rennen bestreiten, hieß es vom Deutschen Skiverband. Die letzte Chance dazu gibt es in der kommenden Woche im italienischen Antholz. Dorthin reist Herrmann-Wick bereits am Sonntag und trainiert weiter, nach der WM-Generalprobe steht zudem noch eine Woche Training auf der Seiser Alm in Südtirol an. «Und dann beginnt der heiße Countdown», sagte die frühere Langläuferin über ihren klaren Fahrplan in Richtung Weltmeisterschaft.

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