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FC Bayern München

Lewandowski-Poker, Salihamidzic-Kritik, Spieler-Schelte

München (dpa)

Die knifflige Frage nach der Zukunft von Robert Lewandowski beschäftigt den FC Bayern auch nach der Meisterparty weiter. Oliver Kahn hat nicht nur einen «Plan B».

Von Christian Kunz, Klaus Bergmann und Martin Moravec, dpa

Robert Lewandowski vom FC Bayern München bei der Meisterfeier. Foto: Matthias Balk/dpa

Uli Hoeneß teilte bei seiner Saisonbilanz kräftig aus. Während sich der wechselwillige Robert Lewandowski auf dem Balkon von Tausenden auf dem Marienplatz feiern ließ, knöpfte sich der Ehrenpräsident einige Stars des FC Bayern vor.

Zudem verteidigte er Sportvorstand Hasan Salihamidzic vehement gegen Kritik. «Bei uns wird ja immer der Trainer oder der Sportdirektor in die Pflicht genommen», sagte der 70-Jährige. «Tatsache ist, dass wir seit Weihnachten einige Spieler dabei hatten, die im Großen und Ganzen nicht mehr gut gespielt haben.»

Bei der brisanten Königspersonalie um Lewandowski, den der FC Barcelona lockt und die den FC Bayern auch nach der Titelparty weiter beschäftigt, glaubt Hoeneß nicht an einen Abgang. «Ich bin da sehr zuversichtlich, dass wir mit Robert Lewandowski eine gute Saison haben werden», sagte der langjährige Manager und Präsident, und ergänzte prägnant: «Es geht doch nur um Kohle - und sonst gar nichts.»

Was wird aus Robert Lewandowski?

Mit dem «Basta» von Vorstandschef Oliver Kahn haben die Münchner die Latte für einen Abgang enorm hochgelegt. Nur wenn das finanziell angeschlagene Barça sehr viel Geld auf den Tisch legt, ist überhaupt ein Transfer drin. Und auch nur dann, wenn die Bayern einen klangvollen Namen als Nachfolger für Lewandowski (33) präsentieren können. Sadio Mané (30) vom FC Liverpool wäre ein Kandidat, der Stuttgarter Sasa Kalajdzic (24) alleine würde da als Zugang wohl nicht genügen.

«Es ist immer viel Lärm, aber es ist auch wahnsinnig viel Lärm um Nichts. Ich weiß nichts von Barcelona. Ich weiß nur, dass wir den besten Stürmer der Welt unter Vertrag haben und das soll auch so bleiben», sagte Kahn. Für den Fall der Fälle wäre er aber vorbereitet: «Bei uns gibt es nicht nur Plan B, sondern auch Plan C und D.»

Trainer Julian Nagelsmann rechnet mit dem Superstürmer. «Er ist auf meinen frisch gedruckten Trainingsplänen mit der Nummer neun noch drin», sagte der Bayern-Coach. Sky-Experte Lothar Matthäus ist gespannt. «Wenn er jetzt doch noch geht, wird's peinlich für Bayern», sagte der Rekordnationalspieler.

Wie beschäftigt den Verein die Kritik an Sportvorstand Salihamidzic?

Hoeneß findet den Umgang mit dem 45-Jährigen ungerecht, machte gar «eine Hetzjagd» aus. Der Ehrenpräsident sieht aber auch in der Führungsriege um Kahn und Salihamidzic Anpassungsbedarf für die kommenden Spielzeiten. Vor allem in der Außendarstellung des Clubs, in der Nagelsmann zeitweise als Clubsprecher fungierte.

Damit aus dem «Gut» von Hoeneß als Note für die Arbeit des Sportvorstands und dem «auch Gut» für Kahn ein «Sehr gut» wird, muss mehr kommen. «Die Verantwortlichen, ich bin ja Aufsichtsrat, werden es da besprechen, wo es notwendig ist - nämlich im Gremium», kündigte Ehrenpräsident Hoeneß an.

Wie sind die Planungen der Münchner bei Neuzugängen?

Der Zugang von Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui (24) steht unmittelbar bevor, dessen Teamkollege Ryan Gravenberch (19) könnte fürs Mittelfeld kommen. «Wir versuchen die Mannschaft zu verstärken, wie es jedes Jahr der Fall ist, dass das probiert wird», sagte Nagelsmann. «Wir gucken, was finanziell möglich ist. Wir müssen ein paar Spieler treffen die nächsten Wochen, um auch zu überzeugen.» Häufig wurde bereits über Konrad Laimer (24) von RB Leipzig als künftigem Bayern-Profi spekuliert.

Was bezweckt Hoeneß mit seiner Spieler-Kritik?

Mit seiner Schelte versucht der Ehrenpräsident, Druck von Salihamidzic zu nehmen und die Stars anzustacheln. «Die Transferpolitik hat meiner Meinung nach überhaupt keine Rolle gespielt», sagte Hoeneß mit Blick auf das enttäuschende Abschneiden in Champions League und DFB-Pokal. «Wir müssen die Spieler mehr in die Pflicht nehmen.»

Hoeneß nannte keine Namen, aber besonders auffällig war der Leistungsunterschied zwischen Hin- und Rückrunde bei Nationalspieler Leroy Sané. Auch Mittelfeldchef Joshua Kimmich fand nach seiner Corona-Infektion im vergangenen Jahr nach der Winterpause nicht zur gewohnten Konstanz. Das war das Problem vieler Stars, besonders auch von Neuzugang Dayot Upamecano.

Wann geht es für den FC Bayern weiter?

Die Münchner Stars nehmen am 8. Juli die Vorbereitung auf die neue Saison auf. Bis dahin haben Lewandowski & Co. aber keinen Urlaub, da noch zahlreiche Verpflichtungen mit den Nationalmannschaften anstehen. Für den Sommer ist nach einer Verschnaufpause dann eine USA-Reise terminiert, die das Meisterteam vom 18. bis 24. Juli nach Washington und Green Bay führt.

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