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Formel 1

Red Bull verfolgt Vettels Weg: «Teil unserer Geschichte»

Milton Keynes (dpa)

Sebastian Vettel ist Formel-1-Rentner. Der Deutsche genießt sein neues Leben. Eine Rückkehr des Deutschen ist aber nicht ausgeschlossen. Wie wäre ein Job im Top-Management?

Von dpa

Sebastian Vettel (r) und Red-Bull-Teamchef Christian Horner im Jahr 2011. Foto: Harish Tyagi/epa/dpa

Red Bull steht einer Funktionärskarriere seines früheren Formel-1-Stars Sebastian Vettel offen gegenüber.

«Er wird immer ein Teil unserer Geschichte sein. Wir haben sogar ein Gebäude nach ihm benannt», sagte sein ehemaliger Teamchef Christian Horner (49) der Deutschen Presse-Agentur. Er meint damit einen Komplex in der Zentrale des Rennstalls, wo das Datenzentrum liegt. «Er war von Daten immer besessen und er wird immer ein großer Teil dessen sein, was wir getan haben und wer wir sind.»

Vettel (35) stammt aus der Red-Bull-Akademie. Von 2010 bis 2013 räumte er mit dem englischen Rennstall alle WM-Titel ab. Ende November beendete Vettel seine Karriere.

Kehrt Vettel als Funktionär zurück?

Eine Rückkehr in die Formel 1 eventuell als Funktionär ist für den Hessen denkbar, zumal Motorsportberater Helmut Marko im kommenden Jahr 80 wird. «Ich kann mich der Tatsache nicht verschließen, dass ich sehr viel Herzblut für den Motorsport habe und dem Sport sehr nahe bin», räumte Vettel bei seinem letzten Formel-1-Rennen in Abu Dhabi ein.

Marko meinte über seinen Freund Vettel und eine mögliche Position als Teamchef in der Formel 1: «Es ist nicht ausgeschlossen, dass er für eine Position im Top-Management zurückkommt. Wir hatten ein Gespräch und wenn er einen Posten im Top-Management bekommen könnte, würde ihn das reizen. Das hat sich in dem Gespräch herauskristallisiert.»

Red Bull betreibt in der Formel 1 noch das Schwesterteam Alpha Tauri. «Er hätte sicherlich das Potenzial und die Persönlichkeit dafür, aber jetzt lassen wir ihn erstmal ein paar Bäume pflanzen», meinte Marko.

Vettel will künftig mehr Zeit mit seiner Familie verbringen und sich neuen Projekten widmen. Er ist vor allem an den Themen Klimaschutz und Menschenrechte interessiert.

Vetel und das deutsche Klischee

Vettel hat Horner zufolge während der gemeinsamen Red-Bull-Jahre auch immer wieder deutsche Klischees bedient. «Er war der Typ, der das Handtuch frühmorgens auf der Sonnenliege platzieren würde», erzählte der Engländer schmunzelnd, «und manchmal tauchte er mit sehr seltsamen Frisuren auf oder trug Socken und Sandalen, aber abgesehen davon war es wirklich ein großer Spaß.»

«Er war ein sehr stolzer Deutscher. Im Englischen sah er den Humor und hatte nie Angst, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Er hat auch den Humor und das ganze Geplänkel genossen», erinnerte sich Horner. «Er ist außerdem ein großartiger Imitator von Nigel Mansell (ehemaliger Formel-1-Weltmeister), und sein Jean Todt (ehemaliger Ferrari-Teamchef und Weltverbandspräsident) ist brillant. Wir hatten einfach viel Spaß.»

Horner sieht seine eigene Karriere von Vettel maßgeblich beeinflusst. «Natürlich ist das so, weil wir zur gleichen Zeit groß wurden», antwortete er auf eine entsprechende Frage. «Ich war ein junger Teamchef, er war ein junger Fahrer, und wir lernten gemeinsam. Wir fingen an zu gewinnen und gewannen dann immer weiter. Wir haben viel zusammen gelernt, und ich schätze seine Freundschaft. Er ist ein toller Kerl und ich bewundere ihn, wofür er steht. Für Dinge, die ihm am Herzen liegen, tritt er ein.»

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