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Tennis

«Wie zu Hause»: Djokovic für 92. Titel gefeiert

Adelaide (dpa)

2022 musste Novak Djokovic Australien wegen fehlender Impfung verlassen. Bei der Rückkehr wird er für den 92. Titel umjubelt und startet in die Australian Open als Topfavorit. Ein Konkurrent sagt ab.

Von Florian Lütticke und Jordan Raza, dpa

Der Serbe Novak Djokovic hat sich im Finale von Adelaide gegen den US-Amerikaner Sebastian Korda durchgesetzt. Foto: Matt Turner/AAP/dpa

Novak Djokovic hielt sich den Zeigefinger an sein rechtes Ohr, genoss den Jubel der Fans und verteilte Handküsse ans Publikum. Knapp ein Jahr nach seiner Ausweisung wegen fehlender Corona-Impfung feierte der Tennis-Superstar in Australien seinen 92. Titel und unterstrich kurz vor Start des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres seine Topform.

Der 35 Jahre alte Serbe gewann das hochklassige Finale von Adelaide gegen den Amerikaner Sebastian Korda mit 6:7 (8:10), 7:6 (7:3), 6:4.

Nach kräftezehrenden 3:09 Stunden und einem abgewehrten Matchball tippte sich Djokovic immer wieder an die Stirn. Die Botschaft: Dank seiner mentalen Stärke ist die langjährige Nummer eins der Welt Down Under nach dem Einreise-Wirbel des Vorjahres auf der Höhe seines Könnens. Und startet nach der Absage des spanischen Weltranglistenersten Carlos Alcaraz als großer Topfavorit bei den Australian Open in einer Woche.

«Hier zu stehen, ist ein Geschenk», sagte Djokovic in seinem Siegerinterview auf dem Hartplatz. «Die Unterstützung, die ich die letzten Tage erhalten habe, habe ich noch nicht oft in meiner Karriere bekommen.  Danke an jeden einzelnen, der zu meinen Matches gekommen ist. Es hat sich angefühlt, wie zu Hause zu spielen.» Während der Titelehrung schallten immer wieder laute «Nole, Nole»-Rufe durch die Arena.

Djokovic peilt den 22. Grand-Slam-Titel an

«Es war eine unfassbare Woche», resümierte Djokovic das Vorbereitungsturnier. Für ihn ist es eine besondere Rückkehr nach Australien. Vor einem Jahr hatte er wegen seiner fehlenden Impfung gegen das Coronavirus noch vor seinem ersten Spiel bei den Australian Open das Land verlassen müssen. Zuvor war sein Visum annulliert und eine Einreisesperre von drei Jahren verhängt worden. Das Einreiseverbot wurde von den australischen Behörden inzwischen aufgehoben - der Weg zum möglichen Grand-Slam-Titel Nummer 22 ist damit frei.

Im zweiten Satz wehrte Djokovic beim Stand von 5:6 einen Matchball ab. Mit dem 92. Titel auf der ATP-Tour zog er mit dem Spanier Rafael Nadal gleich. Mehr Triumphe haben bei den Herren nur Jimmy Connors (109), Roger Federer (103) und Ivan Lendl (94) gefeiert. Bei den am 16. Januar beginnenden Australian Open könnte Djokovic nach Grand-Slam-Turniertiteln auf eine Stufe mit Rekordhalter Nadal klettern. 

Den russischen Mitfavoriten Daniil Medwedew hatte Djokovic im Halbfinale von Adelaide bezwungen. Hinter der Form von Nadal steht ein Fragezeichen, Olympiasieger Alexander Zverev ist nach der Rückkehr nach einer Fußoperation noch deutlich von seiner Topverfassung entfernt.

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