1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Usc-muenster
  6. >
  7. 1:3 gegen Schwerin: Der USC Münster geht leer aus

  8. >

Volleyball: Bundesliga Frauen

1:3 gegen Schwerin: Der USC Münster geht leer aus

Münster

Es war mit Lina Alsmeier einer ehemaligen Münsteranerin vorbehalten, die Hoffnung des USC auf weitere Bundesliga-Punkte zu beenden. Die Unabhängigen unterlagen dem SSC Palmberg Schwerin in vier Sätzen, zeigte dabei aber vor der Saison-Rekordkulisse von 1215 Zuschauern eine kämpferisch tadellose Leistung und trotzte dabei einmal mehr den personellen Problemen.

Von Henner Henningund

Mit vereinten Kräften versuchten Iris Scholten (l.) und Juliane Schröder die ehemalige Münsteranerin Lina Alsmeier zu stoppen. Vergebens, die Nationalspielerin machte 20 Punkte und war so ein Grund, warum der USC gegen Schwerin mit 1:3 verlor. Foto: Jürgen Peperhowe

Der USC Münster hat den Klassiker der Volleyball-Bundesliga gegen den SSC Palmberg Schwerin verloren. Im Duell zweier mehrfacher Meister unterlagen die abermals personell gebeutelten Unabhängigen trotz einer starken kämpferischen Leistung mit 1:3 (12:25, 25:20, 17:25, 16:25) und kassierten damit die vierte Niederlage in Serie. Dennoch fand Trainerin Lisa Thomsen lobende Worte: „Großer Respekt an die Mannschaft, die es in vielen Dingen gut gemacht und alles reingeworfen hat. Leider mussten wir mal wieder umbauen.“

Die Umstellung, die Thomsen ansprach, betraf die Libera-Position. Kapitänin Marta Hurst schlüpfte in die Rolle von Erika Kildau, die wie schon im Pokal (3:0 in Unterhaching) wegen muskulären Probleme im Schulterbereich passen musste. Dafür aber gehörte Iris Scholten trotz des noch nicht auskurierten Daumenbruchs (linke Hand) wieder zur Startformation, die zunächst munter mit dem in dieser Saison noch schwächelnden Favoriten mithielt.

Ambrosius leitet 7:0-Serie ein

Auch unter Zutun des SSC, der für vier der ersten sechs Punkte Münsters verantwortlich war. Da zudem Barbara Wezorke doppelt erfolgreich war und Maria Schlegel einen Angriff durchbrachte, stand es 7:6 für den USC. Und auch als Scholten einen Ball zum 9:9 versenkte, war Münster noch dabei. Das änderte sich aber prompt: Erst brachte Lea Ambrosius aus dem Feld Schwerin in Führung, um dann mit zwei direkten Aufschlagpunkten gegen Mia Kirchhoff und Hurst nachzulegen. Der SSC war nun in Schwung, die Thomsen-Schützlinge fanden in dieser Phase kein Gegenmittel. Mit einem weiteren Servicewinner zum 16:9 – wieder gegen Kirchhoff, die dann für Elena Kömmling wich – beendete die Mittelblockerin ihre 7:0-Serie. Der Satz war gelaufen, Münster kam nicht mehr rein und ran. Im Gegenteil, der jüngst von Wiesbaden entthronte Pokalsieger entfernte sich immer weiter, die ehemalige Münsteranerin Lina Alsmeier legte mal eben einen Dreierpack zum 21:10 nach. Die Fronten waren geklärt – vorerst.

Scholten packt zweimal zu

Denn Münster steckte diesen Nackenschlag weg, als hätte ihn gar nicht gegeben. Scholten zweimal, dazu zwei starke Wezorke-Aufschläge, von denen einmal Juliane Schröder profitiert – 4:0, und zack war der USC in der Partie. Das blieben die Unabhängigen auch, die sich in allen Elementen sichtbar steigerten und so den Gast auf Distanz hielten. Nicht einmal war der SSC in Abschnitt zwei in Führung, auch weil Münster nun stabiler im Side-Out war und seine Chancen etwa durch Maria Schlegel oder Kömmling. So bescherten Scholten und Katerina Valkova mit einer Stellerfinte ihrem Team fünf Satzbälle, den zweiten nutzte Schlegel.

Münster war zurück – um dann nach dem Seitenwechsel direkt wieder der Musik hinterherzulaufen. Nach Kömmlings 3:4 gewann Schwerin fünf der folgenden sechs Ballwechsel und legte sich einen gebührenden Sicherheitsabstand zu. Und dieser Puffer wurde noch größer, da Lindsey Ruddins dreimal ihre Angriffe durchbrachte und auf der Gegenseite Wezorke sowie Schlegel scheiterten (5:12). Der SSC war wieder im Flow, vieles erinnerte an den einseitigen ersten Durchgang. In Gefahr geriet die Mannschaft aus Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr, zu eindeutig gestaltete sich das Geschehen trotz münsterischer Ergebniskosmetik (12:20 nach 8:20) vor den 1215 Zuschauern am Berg Fidel in dieser Phase.

Alsmeier setzt den Schlusspunkt

Also schnell rein in Satz vier, in dem Münster um eine abermalige Antwort bemüht war und an seine Steigerung zum Ende des vierten Satzes anknüpfen wollte. Zunächst mit Erfolg, auf das 0:2 (zweimal Ruddins) ließ der USC einen 6:1-Lauf folgen, zwang Schwerins Coach Felix Koslowski früh zu einer Auszeit. Die fruchtete, eine 5:0-Serie war die SSC-Replik auf Münsters Widerstand – und gleichzeitig das klare Zeichen, dass der Gast hier nichts liegenlassen wollte. Zwar haute der USC weiter alles raus, robbte sich mit riesigen Willen noch einmal zart heran (11:14), schaffte den Anschluss aber letztlich nicht mehr. Nach Schlegels Angriffsschlag ins Netz und dem folgenden Doppelblock gegen Kirchhoff zum 11:18 war die Sache geritzt. Die drei Punkte nahm der SSC mit, da gab es keine Diskussion mehr. Alsmeier machte an alter Wirkungsstätte den Deckel drauf, mehr als der warme Applaus des Publikums blieb dem USC nicht.

Startseite
ANZEIGE