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Volleyball: Bundesliga Frauen

1:3 gegen Vilsbiburg – dem USC Münster bleibt nur die Ernüchterung

Münster

Wenn die Saison in die Verlängerung geht und die acht besten Mannschaften der Bundesliga den Meister ermitteln, wird der USC Münster wie in der Saison zuvor nicht dabei sein. Im so wichtigen Duell gegen den direkten Playoff-Konkurrenten unterlagen die Unabhängigen mit 1:3 und rutschten damit auf Rang neun ab. Ein bitterer Abend.

Von Henner Henning

Kein Durchkommen: Mia Kirchhoff scheitert in dieser Aktion am Raben-Block Alexis Hart und Josepha Bock (r.), durch die 1:3-Niederlage wird der USC wohl die Playoffs verpassen. Foto: Michael Mücke

Das letzte Fünkchen Hoffnung, doch noch die Playoffs zu erreichen, ist am Freitagabend erloschen. Zwar besteht für den USC Münster noch eine theoretische Mini-Chance, in der Runde der letzten acht mitzumischen, nach der 1:3 (27:25, 24:26, 17:25, 16:25)-Niederlage gegen die Roten Raben Vilsbiburg aber ist diese verschwindend gering. Der Gast ist als direkter und einzig verbliebener Konkurrent nun einen Punkt voraus und hat noch zwei Spiele mehr als der USC. „Wir haben alles probiert, sind aber an uns selber gescheitert“, sagte Trainerin Lisa Thomsen nach den 117 Spielminuten enttäuscht.

512 Zuschauer waren in die Halle Berg Fidel gekommen, um den USC bei seinem Unterfangen Saisonverlängerung zu unterstützen. Und sie sahen die Thomsen-Mannschaft, in der Meghan Barthel als Zuspielerin begann, in der Anfangsphase hellwach und mit viel Zug im Spiel. Kapitänin Marta Hurst besorgte mit einem Aufschlagpunkt die erste Führung (3:2), Maria Schlegel mit ihrem bis dahin schon dritten Zähler stellte auf 7:3. Münster verteidigte gut, war konsequent im Angriff und machte Druck im Aufschlag (allein vier Punkte bis zum 12:7). Das sah gut aus, was der Gastgeber da zunächst anbot.

Hurst zur Satzführung

Doch die Roten Raben, die zwei Tage zuvor gegen den SSC Palmberg Schwerin (2:3) noch über die volle Distanz hatten gehen müssen, wurden langsam flügge. Nach je zwei Punkten von Alexis Hart und Josepha Bock stellten sie den Anschluss her (13:15), Beta Dumancic machte den Ausgleich (22:22). Durchgang eins hielt ein spannendes Ende parat, in dem Münster durch Juliane Schröder einen Satzball abwehrte, um dann seinen zweiten durch Hurst zu nutzen.

Der USC hatte sich einen kleinen Vorteil erspielt in dieser bis hierher unterhaltsamen Partie, die auch im zweiten Abschnitt ausgeglichen und umkämpft blieb. Die Führungen wechselten beständig – bis zum 12:12. Dann schlug Mia Kirchhoff doppelt zu, Schlegel erhöhte gar auf 17:14. Ein kleiner, aber feiner Zwischenspurt der Unabhängigen, die sich dieses Polster lange bewahrten, nahe am zweiten Satzgewinn waren. Aber eben nur nahe. Nach einem missglückten Kirchhoff-Angriff und einem verpatzten Barthel-Zuspiel hatte Vilsbiburg beim 24:23 die Chance zum Satzausgleich, der nach einem Netzfehler noch auf sich warten ließ. Doch als Schlegel beim 24:25 im Raben-Block hängengeblieben war, hatte der Gast aus Niederbayern die Partie wieder auf Null gestellt.

Flow und Vertrauen verloren

Bitter für den USC, für den nun ein weiterer Satzverlust gleichbedeutend mit einem Punktverlust war. Und den konnte sich Münster im Duell mit dem direkten Playoff-Konkurrenten eigentlich so gar nicht erlauben. Doch ­irgendwie hatte Münster seinen Flow, sein Vertrauen verloren, zögerte bei aller Leidenschaft zu oft. Die Durchschlagskraft im Angriff nahm ab, parallel dazu wackelte Münsters Annahme wie etwa beim Aufschlagpunkt von Jodie Guilliams gegen Hurst zum 11:6 vermehrt. So wurde Abschnitt drei ein einseitiger. Die ehemalige USClerin Luisa Keller ließ den Raben-Vorsprung mit zwei druckvollen Angaben auf 22:12 anwachsen, da war für die Unabhängigen nichts mehr zu holen.

Thomsen unermüdlich

Für den USC ging es nun darum, größtmöglichen Schaden abzuwenden. Unermüdlich feuerte Thomsen von der Seitenlinie aus ihre Schützlinge an, die aber schnell zurücklagen (2:5, 5:10) und dann nicht mehr zurück in die Partie fanden, in eine Art Schockstarre verfielen. Die Missverständnisse häuften sich, es war teilweise wild. Nein, da lief nicht mehr viel zusammen, auch diverse Wechsel halfen nicht. „Wir haben nicht mehr an uns geglaubt, sondern haben an uns gezweifelt“, sagte Thomsen nach dem ernüchternden Ende der wohl vorletzten Saisonpartie.

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