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Volleyball: Frauen-Bundesliga

Der USC ärgert den Favoriten Dresden zeitweise 

Dresden/Münster

Nach dem 0:3 beim Schweriner SC verkauft sich Frauen-Volleyball-Bundesligist USC Münster beim Gastspiel gegen Dresdner SC teuer. Dennoch musste das Team von Trainerin Lisa Thomsen vor 3000 Zuschauern in die 1:3 Niederlage einwilligen.

Von Alexander Heflik

Der USC Münster zeigte sich beim auch beim Gastspiel in Dresden kämpferisch. Foto: Jürgen Peperhowe

Nach dem 0:3 von Schwerin beendete der USC Münster seine Tour durch den Osten Deutschlands mit einer weiteren Niederlage. Fünf Tage war der Frauen-Volleyball-Bundesligist unterwegs für die beiden Auswärtsspiele, Schwerin, Zwischenstopp in Kienbaum, dann Dresden. War das Team von Trainerin Lisa Thomsen dabei am Dienstag an der Ostseeküste praktisch chancenlos, so dürfte das nun nach dem Gastspiel in Dresden schon positiver bewerten werden. Zwar gewannen die DSC-Volleys mit 3:1 (25:15, 25:27, 25:17 und 25:18), doch in der mit 3000 Zuschauern ausverkauften Margon-Arena verkaufte sich der Gast aus Westfalen teuer. Einen Tag zuvor hatten die WWU Baskets denkbar knapp mit 102:103 bei den Dresden Titans nach Verlängerung verloren, nun wehrten sich die „Unabhängigen“ mit Händen und Füßen gegen den Dresdner SC, zwangen den Favoriten in einen vierten Satz. Keine Punkte, aber die Gewissheit einer kämpferisch starken Leistung mit positivem Trend nahm der USC Münster mit auf die siebenstündige Heimfahrt.

Schwacher Start des USC

Der USC fand dabei im ersten Satz nicht wirklich ins Spiel. Gleich zu Beginn richtete sich Dresden mit einem 5:0-Lauf komfortabel ein. Die Aufschläge des USC funktionierten nicht, gleich drei Bälle landeten direkt im Netz, und auch der von Trainerin Thomsen geforderte Druck konnte so nicht erzeugt werden. Das war eine relativ leichte Beute für das Team von DSC-Trainer Alexander Waibl. Da gab es Redebedarf, weil die Gastgeberinnen über 13:9 und 20:13 zum 25:15 nach 25 Minuten zur 1:0-Satzführung kamen.

Comeback - vier Satzbälle abgewehrt

Durchgang zwei: Der USC wie verwandelt, Libera Anna Church kam dazu, die Gäste stärker in der Feldabwehr und besser bei den Aufschlägen – eine Partie auf Augenhöhe. Erstmals führte das Thomsen-Team mit 5:4, wenig später wurde ein 9:12- Rückstand in eine 16:14- Führung gedreht. Als Dresden aber bei einem 24:20- Vorsprung vier Satzbälle hatte, antwortete Münster mit einer Aufschlagserie von Meghan Barthel. Das war ein Kampf auf Biegen und Brechen, und Münster siegte tatsächlich mit 27:25. Das war ein starkes, ein nervenstarkes Comeback der Unabhängigen. Die Stimmung in der Halle hatte der USC damit etwas runtergedreht. Partykiller am Abend vor Silvester – ganz schön frech.

Starke Ex-USC-Spielerin Linda Bock

Wobei sich die DSC-Volleys schnell fingen im dritten Satz. Lag es daran, dass dem USC nun wieder ein paar Fehler zu viel unterliefen? Oder hoben die Gastgeberinnen wieder ihr eigenes Niveau in Richtung Spitze? Die frühere USC-Spielerin Linda Bock (2018 bis 2021) konnte sich in den guten bis überragenden Phasen der Gastgeberinnen immer wieder in Szene setzen konnte. Nach der ersten technischen Auszeit bei einer 8:6-Führung hatte Dresden dann alles wieder im Griff, denn über 16:11 und 20:16 wurde es am Ende ein klarer 25:17- Satzgewinn. Dresden führte nicht unerwartet nach drei Sätzen, aber Münster schien gegen das Topteam noch nicht Ende mit seinem Latein.

DSC-Volleys übernehmen Regie

Im vierten Satz setzte sich erstmal keine Mannschaft ab, Münster führte bei der ersten technischen Auszeit mit 8:7. Doch das ausgeglichene Kräftemessen wurde zu einer dann einseitigen Sache. Die DSC Volleys spielten, auch mit den frenetischen Fans im Rücken, jetzt ihre ganze Klasse aus, ihr bestens Volleyball. Auch Iris Scholten sah sich nun mit Problemen konfrontiert, wenn Dresden seinen Block stellte. Über 16:11 und 21:13 arbeitete sich das Waibl-Team vehement gleich neun Matchbällen entgegen. Während Münster noch drei davon abwehrte, entschied der vierte die Partie. Die 23 Punkte von Iris Scholten und zwölf von Maria Schlegel reichten am Ende nicht gegen die Dresdner Übermacht. Aber, und das wird Lisa Thomsen auch auf die Busfahrt zurück nach Münster mitgenommen haben, der Satzgewinn zum 1:1 war so etwas wie ein weiterer Entwicklungsschritt. In gut einer Woche kommt dann der Tabellenzweite SC Potsdam – die Aufgaben werden auch 2023 nicht kleiner.

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