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Volleyball: Bundesliga Frauen

Der USC Münster schiebt nach dem Scheitern Frust

Münster

Die Enttäuschung und der Frust waren am Freitagabend nach dem 1:3 gegen die Roten Raben Vilsbiburg bei allen sicht- und spürbar. Spätestens nach dieser Niederlage (es war die dritte binnen eine Woche) stand fest, dass die Playoffs der Saison 2021/22 wie schon im Vorjahr ohne den USC Münster stattfinden werden. Bittere Momente.

Von Henner Henning

Maria Schlegel, gegen die Roten Raben um Josepha Bock (v.) und Luisa Keller (verdeckt) erneut beste Angreiferin, muss mit dem USC die Playoff-Teilnahme abhaken. Foto: Michael Mücke

Der Samstag war schon angebrochen, da standen Trainerin Lisa Thomsen, ihre Assistenten Felix Jülicher und Tim Mücke sowie der Sportliche Leiter Ralph Bergmann noch auf der Tribüne der nahezu menschenleeren Halle Berg Fidel zusammen.

Es herrschte Redebedarf, ob es nun ein erster Frustabbau, eine Analyse der zuvor erlittenen 1:3-Niederlage gegen die RR Vilsbiburg oder schon ein Blick in die Zukunft war. Der Stachel der Enttäuschung saß tief, die dritte Niederlage der Woche (zuvor 2:3 in Erfurt und 0:3 gegen Aachen), die praktisch das Playoff-Aus bedeutet, setzte dem USC Münster merklich zu.

Frustriert kauerte das Bundesliga-Ensemble der Unabhängigen nach dem Matchball auf dem Hallenboden, die Ernüchterung war riesig. „Mir fehlen gerade die Worte“, sagte Mittelblockerin Barbara Wezorke, im Vorjahr Kapitänin jener USC-Truppe, die ebenfalls die Saisonverlängerung der besten acht Teams verpasst hatte. Dieses Missgeschick sollte auf keinen Fall ein zweites Mal passieren, ist aber nun eingetreten. „Hoffnung gibt es da nicht mehr“, sagte Wezorke mit Blick auf die Tabelle, in der Vilsbiburg vorbeigezogen ist und mit den Partien gegen Erfurt und Neuwied noch zwei Punkte-Joker in der Hinterhand hat.

Schlegel: „Es lag an uns“

Die Partie gegen die Roten Raben begann zunächst verheißungsvoll, nach dem Gewinn des ersten Durchgangs lag Münster in Satz zwei mit 23:21 vorne – und holte ihn sich doch nicht. Danach brach das Team zusammen, wirkte gehemmt. „Es fühlte sich an, als ob wir mit angezogener Handbremse spielen“, meinte Wezorke, ihre Teamkollegin Maria Schlegel suchte gar nicht erst nach Ausreden. „Es lag an uns, wir haben ab dem dritten Satz die Ordnung verloren“, erklärte die spanische Top-Scorerin, die auch den Druck nicht als Entschuldigung gelten ließ. „Deswegen haben wir nicht verloren.“

Warum dann? „Wir sind an uns gescheitert und haben es nicht geschafft, konstant unsere Leistung abzurufen“, sagte Thomsen, die an der Seitenlinie alles versuchte. Mal redete sie ihrem Team gut zu, dann versuchte sie aufzurütteln, mehr Aggressivität zu fordern und probierte auch, das Geschehen auf sich zu projizieren („Was muss ich noch tun, um eine Gelbe Karte zu bekommen?“) – aber alle Stilmittel scheiterten, ihre Schützlinge schafften den Ausstieg aus der Schussfahrt ins Tal nicht mehr. „Wenn eine Mannschaft im Flow ist, spielt jede gut. Aber nach den Enttäuschungen der letzten beiden Spiele fing bei uns das Denken an, das Kopfkino“, so die 36-Jährige.

Samstag gegen Dresden

Eine Partie bleibt noch, am Samstag (19 Uhr) kommt der Deutsche Meister Dresdner SC zum Saisonausstand des USC, der zu gerne im Viertelfinale dabeigewesen wäre. „Das Ziel Playoffs war ausgegeben für eine komplette Mannschaft mit einem vollen Kader. Dass wir aber ohne Iris überhaupt eine Chance hatten, diese Vorgabe zu schaffen, ist okay“, meinte Thomsen mit Blick auf den Ausfall ihrer besten Angreiferin Iris Scholten sowie auf das den USC lange begleitende Verletzungspech. Es sind erste Ansätze, die Enttäuschung zu verarbeiten und in die Analyse einzusteigen, die schon zur Geisterstunde in der Nacht zu Samstag begonnen hatte.

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