Volleyball: Bundesliga Frauen

Ex-USC-Libera Linda Bock: „Ich wollte raus aus der Komfortzone“

Münster

Sie war in einer enttäuschenden Saison eine der wenigen Konstanten beim USC Münster. Nun aber geht Linda Bock zum Dresdner SC. Die Beweggründe, ihre Pläne für die Zukunft und ihre Gedanken zu ihrer Zeit am Berg Fidel schildert die Libera im Interview.

Wilfried Sprenger

Abflug: Linda Bock hat sich für einen Wechsel vom USC zum Dresdner SC entschieden. Foto: Jürgen Peperhowe

Als Linda Bock im Sommer 2018 von den Skurios Volleys Borken zum USC Münster wechselte, tat sie das als 18-jährige Zweitliga-Spielerin. Es kann keine falsche Entscheidung gewesen sein: Denn jetzt, wo sie kurz vor ihrem 21. Geburtstag weiterzieht zum Deutschen Meister Dresdner SC, ist sie längst eine feste Größe in den Überlegungen von Bundestrainer Felix Koslowski. Aktuell präpariert sich die DVV-Auswahl in der Sportschule Kienbaum für die nächsten Herausforderungen. Nach Münster kehrt Bock nicht mehr zurück, ihre Wohnung hat die Libera bereits geräumt.

Eine Vertragsklausel hat Ihnen beim USC den Ausstieg ermöglicht. Wie ist die Bindung an den Dresdner SC geregelt?

Bock: Zwei Jahre, ohne Klausel.

Sie sind 20, haben noch alles vor sich. Was macht Sie so sicher, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, den USC zu verlassen?

Bock: In Münster gibt es gerade einen riesigen Umbruch, das passt.

Sie hätten trotzdem bleiben können, um die Zukunft mitzugestalten ...

Bock: Ich wollte raus aus der Komfortzone, den nächsten Schritt machen und etwas Neues versuchen.

Sie verlassen nicht nur den USC, sondern auch Ihre Heimat. Mit wem haben Sie sich beraten, ehe Sie sich für den Wechsel entschieden haben?

Bock: Mit meinen Eltern und meinem Freund. In letzter Konsequenz musste ich die Entscheidung natürlich selbst treffen. Sportlich gab es keine bessere.

Was sagen Ihre Eltern, Sie sind Einzelkind?

Bock: Sie unterstützen mich weiter, die Bindung ist sehr eng. Und Dresden ist ja nicht aus der Welt, wir werden uns regelmäßig sehen.

Gab es Angebote anderer Vereine?

Bock: Mehrere aus der Bundesliga, das kann ich sagen.

Keines aus dem Ausland?

Bock: Da sehe ich mich noch nicht. Vielleicht später einmal, aber zurzeit ist das wirklich noch ganz weit weg für mich.

Sie sind Profi, welche Bedeutung spielte beim Wechsel der finanzielle Aspekt?

Bock: Es ist mein Beruf, da kann man das nicht komplett ausklammern. Aber Geld hatte in den Gesprächen mit Dresden nicht die Priorität. Mir war und ist es wichtig, mich sportlich weiter zu entwickeln. In Dresden kann ich in der nächsten Saison Champions League spielen.

Wie groß ist der Respekt vor der Aufgabe? Sie wechseln zum Deutschen Meister und treten dort das Erbe der großartigen Lenka Dürr an ...

Bock: Ich weiß, was mich erwartet. Und dass das eine ganz besondere Aufgabe ist. Aber ich spüre auch riesige Vorfreude. Ich mag große Herausforderungen.

Was bleibt vom USC, war Ihr letztes Jahr in Münster vielleicht ohne die Playoff-Teilnahme sogar ein verlorenes?

Bock: Verloren? Ganz sicher nicht. Die Saison war schwierig und turbulent, aber auch voller wichtiger Erfahrungen. Zum ersten Teil der Frage: Ich werde mich immer sehr gern an Münster und den USC erinnern. Mannschaft und Umfeld waren super. Jetzt beginnt aber für mich etwas Neues.

  • Nun ist es amtlich: Anika Brinkmann setzt ihre Karriere beim Zweitligisten Skurios Borken fort. Dort spielte die 34-Jährige bereits in der Saison 2018/2019. In der vergangenen Serie trug Brinmann das Trikot des USC.
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