1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Usc-muenster
  6. >
  7. „Ist ein Riesenunterschied“: Thomsen erklärt zähen USC-Auftritt

  8. >

Volleyball: Bundesliga Frauen

„Ist ein Riesenunterschied“: Thomsen erklärt zähen USC-Auftritt

Münster

So richtig flüssig lief es nicht, am Ende aber stand am Samstagabend ein glattes 3:0. Beim Heimsieg des USC gegen Schlusslicht Neuwied feierte Neuzugang Luisa van Clewe endlich ihr Debüt – und sich direkt an alles herantraute.

Von Thomas Austermann

Iris Scholten (Nummer 6) steigt zum Block gegen die Ex-Münsteranerin Sina Fuchs hoch. Foto: Peter Leßmann

Pudelwohl hat sich der USC Münster augenscheinlich nicht gefühlt in seiner Rolle als Bundesliga-Spielfavorit. Den Volleyballerinnen fiel es schwer, gegen den Letzten VC Neuwied 77 in den „Flow“ zu kommen vor 1369 Zuschauern in Berg Fidel. Aber die Frage nach dem Gewinner stellte sich nicht wirklich. Nach 82 Minuten stand das 3:0 in der Statistik und damit zum Rückrundenauftakt der eingeplante siebte Saisonsieg. „Deckel drauf und abhaken“, sagte USC-Trainerin Lisa Thomsen trocken. „Ich finde schon, dass wir insgesamt mental gefestigt geblieben sind, als Neuwied zwischendurch mal aufkam.“

Einen besonderen Abend erlebte die 19-jährige Mittelblockerin Luisa van Clewe, die erstmals in der höchsten Liga zum Einsatz kam bei ihrem USC-Debüt – nach monatelanger Reha wegen der folgenschweren Schulterblessur in der Saisonvorbereitung. Die ehemalige Bewohnerin des Sportinternats gab ehrlich zu, „ziemlich nervös“ die Premiere angegangen zu sein. „Aber durch solche Situationen muss ich hindurch. Wenn ich öfter spiele, wird das alles besser.“ Eine regelrechte Scheu vor der Härteprüfung, einen leisen Zweifel bezüglich der körperlichen Belastung, habe sie nicht verspürt. „Ich habe mich direkt an alles herangetraut.“ Das jetzt erworbene gute Gefühl wird ihr ganz sicher helfen, Stück für Stück an Mut und Sicherheit zu gewinnen.

Van Clewe von Beginn an mittendrin

Direkt vom Start weg bekam die Nummer acht das Vertrauen und stand mittendrin im Abtausch, der ein wechselvoller werden sollte. Münster setzte sich nicht ab, auch weil etlichen Spielerinnen Aufschlagfehler unterliefen und diese ungewohnt hohe Anzahl an „Zitterbällen“ (Lisa Thomsen) dem Gegner Chancen gaben. Neuwieds Coach Tigin Yaglioglu (31), in Münster geboren und mit der bekannten Volleyball-Familie Yaglioglu heimisch in Hamm, war angetan davon, dass die Feldabwehr funktionierte und den USC in teils lange Ballwechsel zwang. Auffällige Punktesammlerin wurde Außenspielerin Sina Stöckmann, auch Sina Fuchs als eine von vielen USC-Ehemaligen trumpfte auf. „Unser Spiel war sehr gut, wir sind in unserer Rolle ans Limit gegangen und haben den USC zwischendurch aus dem Konzept gebracht“, sagte der VC-Coach. „Noch sind wir zu unerfahren, die Momente, die wir kriegen, dann auch für uns zu nutzen.“

Statistik

Lisa Thomsen zeigte Verständnis für die teils zähe Angelegenheit. „Es war Druck für uns da, und das merkte man. Es ist ein Riesenunterschied, ob man gegen Potsdam spielt und nur etwas gewinnen kann, oder ob man von Anfang an weiß, gewinnen zu müssen.“ Sie wechselte viel, was aber von vornherein so geplant gewesen sei. Iris Scholten und Mia Kirchhoff gerade in wichtigen Phasen sorgten für die meisten Punkte. Und dann war es auch sehr zweckdienlich, dass Juliane Schröder, Meghan Barthel, Nikolina Maros und Elena Kömmling auf dem Platz standen, als es im dritten Satz darum ging, die Partie nicht unnötig zu verlängern. Jetzt gelang einmal eine kleine Serie über 14:11 und 19:14 und 23:17.

Besonders viele Autogrammwünsche hatte Juliane Schröder zu erfüllen. „Frau Schröder“ war hier und da gefordert – von den Schülerinnen und Schülern der Klasse 4 der Dreifaltigkeitsschule Münster. Die Kids der „Koala“-Klasse beklatschten den Einsatz ihrer Sportlehrerin, die ihr Praxissemester gerade am Friesenring absolviert. „Gespielt haben wir nicht das, was wir können“, bewertete die Mittelblockerin ehrlich.

Startseite
ANZEIGE