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Volleyball: Frauen Bundesliga

USC-Urgestein „Jule“ Schröder sagt tschüs

Münster

Der USC Münster muss in der Zukunft ohne Juliane Schröder auskommen. Die 27-Jährige, die 2016 vom Liga-Konkurrenten Aachen zu den Unabhängigen wechselte, hat ihre Karriere beendet. Der Abschied am Samstagabend in der Sporthalle Berg Fidel war sehr emotional.

Von Wilfried Sprenger

Emotionale Verabschiedung: Juliane Schröder mit USC-Präsident Martin Gesigora sowie geherzt von ihren Mitspielerinnen Iris Scholten (weißes Shirt) und Maria Schlegel. Foto: Jürgen Peperhowe

Und dann gab es doch noch diesen emotionalen Schlussakkord. Als das Spiel gegen den Dresdner SC aus und die Saison für den USC Münster beendet war, kam Martin Gesigora mit Blumen.

Es galt eine Spielerin zu verabschieden, die den Bundesligisten in den vergangenen Jahren geprägt hatte und immer geblieben war, wenn es andere in die Fremde zog: Juliane Schröder, 2016 als Fräulein Langgemach vom Liga-Konkurrenten Aachen an den Berg Fidel gewechselt, mag nicht mehr das tun, „was ich gefühlt mein ganzes Leben gemacht habe“.

Von Dresden über Aachen nach Münster

Die 27-Jährige angehende Lehrerin zog am Samstagabend einen Strich unter ihre Karriere. Chef Gesigora pries die Ex-Nationalspielerin „als Gesicht des USC und als Gesicht der Stadt Münster“. Gut 400 Fans feierten die immer Zuverlässige mit Pauken und lang anhaltendem Applaus. Und dann passierte doch das, was Schröder eigentlich vermeiden wollte. Es flossen Tränen. Mit Juliane Schröder geht beim USC die dienstälteste Spielerin von Bord. Gut, Ines Bathen war schon da, als die Mittelblockerin kam. Aber die 31-jährige Libera hilft aktuell ja nur aus.

Schröder wuchs in Dresden auf, im Nachwuchsleistungszentrum VC Olympia startete sie ihre Laufbahn. 2012 wurde der Dresdner SC auf das Talent aufmerksam. Schröder debütierte in der Bundesliga und gehörte zum Team, das 2014 und 2015 die Deutsche Meisterschaft errang. Nach einem Intermezzo in Aachen heuerte sie schließlich in Münster an. Andreas Vollmer war ihr erster Trainer beim USC, es folgten Teun Buijs, Lisa Thomsen, Ralph Bergmann und jetzt wieder Thomsen.

„Mit Jule geht eine Identifikationsfigur, auf sie war immer Verlass. Auch heute hat sie noch einmal gezeigt, was sie drauf hat“, sagte Thomsen am Samstagabend. Gegen Dresden trug Schröder acht Punkte zusammen, damit war sie in der Statistik gleichauf mit Hauptangreiferin Maria Schlegel, keine im Team der Unabhängigen schaffte mehr. Zurecht wurde Schröder nachher gefeiert: von der Familie, von Freunden, von Mitspielern, von den Fans. Da ging etwas zu Ende, was außergewöhnlich lang gehalten hatte.

"Ich möchte Dinge ausprobieren, ich möchte reisen."

„Ich hatte mir vorgenommen, nicht viel drüber nachzudenken und es möglichst auszublenden“, sagte Schröder nach ihrem letzten Arbeitstag als USC-Spielerin. Es blieb bei den Vorsätzen. Der ganze Tag sei „super aufregend“ gewesen, gestand die Volleyballerin ein. Das Duell mit Dresden natürlich auch. „Irgendwann denkst du, dieses Spiel noch und dann ist alles vorbei.“ Juliane Schröder hat sich den Schritt gut überlegt. „Ich will einfach wissen, wie das Leben ohne Volleyball ist. Ich möchte Dinge ausprobieren, ich möchte reisen. Und ich wollte einfach noch 27 sein, um dies zu tun.“

Die eine geht, eine andere kommt. Nikola Schmidt, 18 Jahre jung, debütierte am Samstag in der Bundesliga. In der zweiten Hälfte des ersten Satzes schickte Thomsen das Talent, das bei Blau-Weiß Aasee ausgebildet wurde und seit 2019 am Bundesstützpunkt besonders gefördert wird, aufs Feld. Schmidt benötigte nicht einmal einen Moment, um sich zu akklimatisieren. Sie war sofort da, packte beherzt zu und griff mutig an. „Nikola hat mir sehr gut gefallen, deshalb habe ich sie auch so lange auf dem Feld gelassen. Sie war sehr präsent und aufmerksam, eine starke Leistung“, befand Thomsen später.

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