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Volleyball:  Bundesliga Frauen

Iris Scholten fehlt dem USC in Erfurt mehr denn je

Münster

Diese Niederlage könnte im Rennen um die Playoffs noch richtig wehtun. Bei SW Erfurt unterlag der USC Münster mit 2:3 nach 2:0-Führung. Besonders das Fehlen von Angreiferin Iris Scholten macht sich mittlerweile massiv bemerkbar.

Von Wilfried Sprenger

Maria Schlegel und der USC verloren in Erfurt. Foto: Jürgen Peperhowe

In der Regel verliert Lisa Thomsen kein Wort über ihr größtes Problem. Seit Ende Januar muss die Trainerin des USC Münster nun schon auf Iris Scholten verzichten. Jede andere könnte sie vermutlich irgendwie ersetzen. Scholten nicht. Die Niederländerin ist wichtigste und wertvollste Kraft im Kader des Bundesligisten. Wenn nichts mehr geht, bei Scholten geht immer noch etwas. Wen man so will, ist sie Münsters Lebensversicherung. Mit ihr – und das ist weit mehr als nur eine Vermutung – hätte der USC am Samstag in Erfurt mehr als einen Punkt eingesammelt. Ohne sie stand am Ende ein frustrierendes 2:3 (25:20, 25:22, 18:25, 23:25, 13:15). Und erstmals seit langer Zeit hielt Thomsen danach nicht am „Ich-will-nicht-klagen-Kurs“ fest. „Bei allem, was diesmal nicht gut gelaufen ist, müssen wir auch konstatieren, dass uns nun schon seit Wochen die beste Angreiferin fehlt“, erklärte Thomsen.

Kirchhoff und Maros springen ein

Der Hinweis der Trainerin traf ins Schwarze. Die Begegnung beim Drittletzten des Klassements verlor der USC gewiss nicht nur ob der Schwäche auf der Diagonalposition. Aber genau dort fielen die Defizite an diesem Tag besonders auf und in der Konsequenz auch ins Gewicht. Die junge Mia Kirchhoff (gerade in den Abitur-Prüfungen) begann als Scholten-Vertreterin, Nikolina Maros besetzte den Part im dritten Satz, später rückte Marta Hurst auf die wichtige Position. Keine aus dem Trio bereitete Erfurt wirkliche Probleme. Dem USC fehlte die Durchschlagskraft, die es gebraucht hätte, um zwei- oder dreifach zu punkten.

Lisa Thomsen

Dabei deutete zunächst einiges darauf hin, dass die letzte Auswärtsreise in der Hauptrunde für die Gäste ziemlich fröhlich enden würde. Münster dominierte den ersten Satz, hatte sehenswerte Block-Aktionen und blieb auch im zweiten Abschnitt ruhig, als der Konkurrent erste Nadelstiche setzte. 2:0-Führung – das sah gut aus, dann verlor Münster die Kontrolle über das Duell, und das Treiben auf dem Feld wurde zunehmend kämpferischer. Knapp 400 Zuschauer erlebten einen wilden Ritt. Erfurt ging hohes Risiko, der USC geriet auf dünnes Eis. Die Ballwechsel wurden länger, nicht zum Vorteil für die Unabhängigen. Mitunter patzte die Annahme, der Block büßte an Qualität ein, im Angriff nahm die Effizienz ab. Kurzum: Nach und nach geriet der USC auf die Verliererstraße. „In den Sätzen drei, vier und fünf haben wir zu viele falsche Entscheidungen getroffen“, meinte Thomsen nach dem 136-Minuten-Match. Als das Spiel zu kippen begann, hatte die Trainerin Personal und Taktik gewechselt. „Leider fruchtete das nicht“, bemerkte Thomsen später.

Erfurt beherzter

Natürlich gab es Chancen, Thüringen als Sieger zu verlassen. Im vierten Satz führte der USC noch 18:16 und 22:21. Gleichwohl wirkte die Mannschaft schon zu diesem Zeitpunkt fest, während Erfurt zunehmend beherzter ans Werk ging. „So ärgerlich die Niederlage für uns ist: Man darf und muss auch anerkennen, dass Erfurt hinten raus immer besser geworden ist und es wirklich gutgemacht hat“, sagte Thomsen am Ende eines sehr langen Volleyball-Abends. Wohl nie zuvor wird sie Iris Scholten so sehr vermisst haben.

In der Tabelle liegt Münster nun drei Zähler vor Verfolger Rote Raben Vilsbiburg, doch die Niederbayern sind noch zwei Partien zurück. Im Kampf um Platz acht, der zur Teilnahme am Playoff berechtigt, könnte die Entscheidung im direkten Duell am nächsten Freitag (20 Uhr, Sporthalle Berg Fidel) fallen. Zuvor bestreitet der USC am Mittwoch noch die Begegnung gegen die Ladies in Black Aachen.

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