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Volleyball: DVV-Pokal

Stuttgart beendet Finalträume des USC Münster

Münster

Was zunächst nach einem Dienstagsspaziergang für den Favoriten MTV Stuttgart aussah, entwickelte sich zumindest am Ende des dritten Satzes noch zu einer packenden Pokalpartie. Die Volleyballerinnen des USC Münster wehrten sich tapfer, konnten den Schwäbinnen beim 0:3 aber nicht den Weg ins Finale verstellen.

Von Henner Henning

Stuttgarts Eline Timmermann schlägt zu, Münsters Barbara Wezorke kommt zu spät. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Pokal-Überraschung ist ausgeblieben, Münsters Traum von der ersten Endspiel-Teilnahme seit 2006 geplatzt. Im Halbfinale unterlag der USC als Herausforderer dem Allianz MTV Stuttgart mit 0:3 (14:25, 21:25, 29:31), steigerte sich nach dem einseitigen ersten Satz und lieferte dann den erhofften mutigen Auftritt. „Im ersten Satz waren wir etwas zu ehrfürchtig. Aber wie wir uns dann reingekämpft haben und im dritten Satz an unsere Grenzen gegangen sind, macht mich stolz“, sagte Trainerin Lisa Thomsen.

Stuttgart in Bestbesetzung

Wie ernst es der Top-Favorit meinte, zeigte die Stuttgarter Startformation. Coach Tore Aleksandersen beorderte seine vermeintlich beste Formation um Krystal Rivers, Simone Lee und Zuspielerin Ilka van de Vyver zum Start auf das Feld. Auf die leichte Schulter, so die Botschaft des Norwegers, wollte der MTV die Unabhängigen nicht nehmen. Warum auch, ist ja schließlich ein Pokal-Halbfinale – da gibt es keine Zeit für Experimente. Die wagte auch Thomsen nicht, sie vertraute den sechs Spielerinnen plus Libera Marta Hurst, die am Freitag 3:0 gegen Erfurt gewonnen hatten.

USC nur kurz auf Augenhöhe

Und die machten es in der Anfangsphase gut, waren dank des guten Side-Outs bis zum 5:4 vorne. Das änderte sich in dem Moment, als Juliet Lohuis zum Aufschlag schritt. Die ehemalige Mittelblockerin des USC nahm beim 5:5 erst Hurst und dann zweimal Elena Kömmling, die umgehend Mia Kirchhoff weichen musste, ins Visier. Zack, die Schwäbinnen waren weg, zumal Maria Segura Palleres noch einen Zähler zum 9:5 nachlegte. Ein zu großer Rückstand für die Unabhängigen, die zwar alles versuchten, den MTV aber nicht aus seiner Komfortzone bringen konnte. Einzig beim Aufschlag war die Quote schwach, bis zum 11:16 profitierte der USC von sechs Angabefehlern der Gäste. Dies aber konnten sie dank ihrer äußerst stabilen und wirkungsvollen Offensive verkraften, in die Bredouille gerieten sie in Abschnitt eins nicht mehr.

735 Zuschauer am Berg Fidel

Das hatten sich die Münsteranerinnen ganz anders vorgestellt, eine deutlich engere Partie hatten sich die Grün-Schwarzen erhofft. Allein Stuttgart ließ es vor 735 Zuschauern, darunter knapp 30 aus Schwaben, nicht zu. Der Champions-League-Teilnehmer, der dem USC beim Bundesliga-Duell am dritten Spieltag nur 43 Punkte gegönnt hatte, war einfach eine Klasse besser, eine Nummer zu groß. Kein einziges kleines Angebot bekam der USC, der sich vergeblich mühte und bemühte. Das zaghafte Aufbäumen mit zwei erfolgreichen Kirchhoff-Angriffen zum 5:7 wurde direkt durch fünf Stuttgarter Punkte gestoppt – und schon war Münster wieder beträchtlich im Hintertreffen, da der ungeschlagene Liga-Primus mit seiner Offensivpower um Rivers, Lee und Segura Palleres gnadenlos effizient war. Bis zum 12:19 aus Sicht des USC, der dann in seiner bis dahin besten Phase den Respektabstand verringerte. Kirchhoff mit zwei Punkten (darunter ein Ass) verkürzte auf 15:19, Barbara Wezorke auf 20:23. Mehr aber wurde es nicht.

Münster bäumt sich auf – leider zu spät

Ein Mutmacher aber war dieser Zwischenspurt allemal. Und als Kirchhoff mit ihrem zweiten Ass auf 4:5 verkürzte, witterte der USC Morgenluft. Einen tiefen Zug nahmen die Thomsen-Schützlinge, die auch das 6:12 abschüttelten, zum 13:13 ausglichen und dann gar in Führung gingen (15:13). Ja, die Moral stimmte. Münster hatte Stuttgart erstmals am Haken. Scholten war deutlich besser im Spiel, das 21:19 war ihr achter Punkt in Abschnitt drei. Der USC war nahe am Satzgewinn, wollte die Verlängerung. Jetzt war es ein Pokalfight. Mit der Chance auf eine Zugabe, gleich fünf Satzbälle hatte der USC – beim letzten blieb der Ball nach einem Wezorke-Aufschlag an der Netzkante hängen. Das Ende kam dann kurz und schmerzlos. Zweimal packte Mia Todorova im Block gegen Kirchhoff und Scholten zu – aus der Traum. Die „Finale, Finale“-Rufe kamen letztlich aus dem Stuttgarter Block.

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