1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Usc-muenster
  6. >
  7. USC liefert Potsdam beim 2:3 großen Kampf

  8. >

Volleyball: Bundesliga

USC liefert Potsdam beim 2:3 großen Kampf

Münster

Spiel verloren, aber neue Freunde gewonnen: Im Heimspiel gegen Titelaspirant SC Potsdam wuchsen die Volleyballerinnen des USC Münster am Samstagabend phasenweise über sich hinaus. Die Partie endete 2:3, das Publikum verabschiedete die Mannschaft dennoch mit donnerndem Applaus.

Die Hände nach oben: Der USC Münster glänzte gegen Potsdam und hatte den Favoriten am Rande einer Niederlage. Foto: Jürgen Peperhowe

Manchmal sind auch Verlierer ein bisschen Sieger. Nicht im Moment der ersten Enttäuschung, da fühlt es sich noch anders an. Aber vielleicht am nächsten Morgen, mit Abstand zu den Dingen. Im letzten Hinrundenspiel der Bundesliga unterlag der USC Münster dem als Spitzenreiter angereisten SC Potsdam nach leidenschaftlichem Kampf mit 2:3 (29:27, 12:25, 25:21, 15:25, 8:25). Doch an diesem Samstagabend mit bester Volleyball-Unterhaltung hatte auch der Hausherr maßgeblichen Anteil. Mit überragenden Leistungen in den Sätzen eins und drei brachte er den Supercup-Gewinner und Champions-League-Starter an den Rand der zweiten Saisonniederlage. „Ich bin total stolz, dass wir es als zweite Mannschaft in dieser Saison geschafft haben, Potsdam etwas abzunehmen. Mein Dank gilt den Zuschauern, sie haben uns heute großartig gepusht“, sagte Münsters Trainerin Lisa Thomsen.

Hexenkessel Berg Fidel: 1856 Zuschauer sorgten für eine prächtige Kulisse. Und gaben dem USC spürbar Rückenwind. Die Mannschaft legte mutig los, spielte mit kühlem Kopf und heißem Herzen. Eine frühe Führung (7:3) gab dem Team Sicherheit, Potsdam benötigte Anlauf, um in die Partie zu finden. Beim 8:9 war der Favorit auf Tuchfühlung, doch mit einer feinen Aufschlagserie von Katerina Valkova und überragenden Block-Aktionen brachte sich Münster erneut in Position. 16:11 führte der Gastgeber zur zweiten technischen Auszeit, Gäste-Coach Guillermo Hernandez hatte zu diesem Zeitpunkt längst Puls – nicht zum letzten Mal in dieser sehenswerten Begegnung. Die Crunchtime war hektisch, Punkt um Punkt schob sich der SCP heran. Die Annahme der Unabhängigen wackelte, beim 24:22 ließ das Team zwei Satzbälle liegen. Doch die Mannschaft blieb aufrecht, Maria Schlegel und Daniela Öhman bewahrten die „Grünen“ couragiert vor dem 0:1, ehe sich ein Ball von Maja Savic im Netz verfing. Satzführung für den USC!

Ging da vielleicht noch mehr? Zunächst nicht. Mit Beginn des zweiten Satzes klopfte das Spitzenteam aus Brandenburg mal so richtig an die Tür. Ex-USC-Zuspielerin Sarah van Aalen legte fein auf und fand in ihren Mitspielerinnen hungrige und entschlossene Abnehmerinnen. Da entfaltete sich nun sehr viel Qualität bei Potsdam, Münster, das ohne die erkrankte Juliane Schröder auskommen musste, kämpfte, aber kam nicht hinterher. 1:1, diesen Zwischenstand hätte der USC vor dem Anpfiff sofort unterschrieben.

Und die 2:1-Führung eine halbe Stunde später sowieso. Plötzlich war Münster wieder da. Und wie! Mag sein, dass sich Potsdam nach der Dominanz im zweiten Abschnitt ein wenig zu sicher fühlte. Jedenfalls veränderten sich die Verhältnisse auf dem Feld komplett. Der USC drehte auf und schaltete in den Turbo. Asterix-Fans hätten in dieser Phase zu der Ahnung kommen können, dass der Gastgeber da gerade eine kräftige Kelle aus dem Zaubertrank genommen hatte. Wie auch immer: Bis zum 16:8 spielte Münster brillant und den Gegner phasenweise an die Wand. Gleichwohl wurde es am Ende knapp, weil Potsdam Nehmerqualitäten bewies und nichts wegschenkte. Mit dem begeisterten Publikum im Rücken hielt Münster die Führung bis zum Happy-End.

Der Abend am Berg Fidel wurde lang. Denn im vierten Satz setzte Potsdam wieder die Akzente. Ein 5:0-Lauf von 2:3 auf 7:3 bescherte den Gästen rasch ein komfortables Polster. Münster fightete, war beim 9:11 noch einmal dran, danach aber weit gehend chancenlos. Der SCP-Block stand, mehrfach wurde der USC zurückgewiesen. Und im Angriff unterliefen den Gästen kaum noch Fehler.

Entscheidung im Tiebreak. Konnte sich Münster noch einmal aufbäumen? Die Mannschaft versuchte es, doch Potsdam war nicht mehr zu knacken. Über eine 8:2-Führung spielte es der SCP humorlos und sehr konsequent zu Ende. Münster musste sich mit einem Punkt, viel Schulterklopfen, dem Respekt des Gegners und dem donnernden Applaus der Fans trösten.

Startseite
ANZEIGE