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Volleyball: Frauen Bundesliga

„Qualität war nicht gut genug“: USC fehlt in Aachen auch die Frische

Münster

Drittes Spiel, erste Niederlage – und die fiel für den USC Münster in Aachen nicht nur klar aus, sondern war auch verdient. Denn der Volleyball-Bundesligist brachte nicht die nötige Qualität auf das Feld, wie Trainerin Lisa Thomsen konstatierte. Was auch mit der komplizierten Vorbereitung zusammenhing.

Nicht nur Münsters Topscorerin Iris Scholten (19 Punkte) und Juliane Schröder (r.) reckten und streckten sich gegen die Ladies in Black um Hilary Howe – am Ende aber vergeblich, der USC verlor 0:3. Foto: Wolfgang Birkenstock

Die Sporthalle an der Neuköllner Straße, die im Aachener Volleyball-Volksmund auch liebevoll „Hexenkessel“ genannt wird, war in den vergangenen Jahren für den USC Münster kein Sehnsuchtsort. Die vergangenen fünf Bundesliga-Partien verloren die Unabhängigen dort, der letzte Erfolg im Dreiländereck datiert vom 3. Dezember 2016. Und das Warten auf einen Auswärtssieg bei den Ladies in Black geht seit Mittwoch in die nächste Runde, mit 0:3 (20:25, 24:26, 23:25) unterlag der USC den Aachenerinnen – und das auch verdient.

Es war nach zwei Siegen in Neuwied (3:0) und gegen Erfurt (3:2) der erste Rückschlag für das Team von Trainerin Lisa Thomsen, dem der Willen und der Einsatz nicht abzusprechen waren. Allein das aber war nicht genug, um den Schwarz-Gelben einen Satz oder gar einen Punkt abzuluchsen. „Wir haben in allen Elementen qualitativ nicht das abgerufen, was wir spielen müssen und können“, so die 37-Jährige.

Aachen hatte klare Vorteile

Der Gastgeber hatte vor 738 Zuschauern nahezu in allen Bereichen Vorteile, war besonders im Block überlegen. 13 direkte Zähler machte Aachen hier, Münster dagegen nur fünf. Auch eine Folge des druckvollen LiB-Spiels, das Ashley Evans geschickt steuerte und ihre Angreiferinnen um Jana Franziska Poll, Lara Davidovic, Hillary Howe oder Top-Scorerin Wiebke Silge (16 Punkte) in gute Positionen brachte. „Wir hatten in Block und Abwehr keinen Zugriff und konnten so nur wenig erstes Tempo spielen. Aachen war dagegen im Side-Out sehr stabil“, so Thomsen. „Unsere volleyballerische Qualität war nicht gut genug.“

Und dennoch steigerte sich Münster nach dem klar abgegebenen ersten Abschnitt, lag im zweiten durchgehend vorne und hatte beim 24:23 gar Satzball. Diesen wehrte Silge ab und ließ zwei Aufschlagpunkte folgen. „Dass wir da zwei Asse kassieren, ist bitter“, sagte die Trainerin.

Erfurt steckte noch in den Knochen

Dass es in Aachen nicht wie gewünscht und erhofft lief, schrieb sie auch der fehlenden Frische zu. Die 130 Minuten der Erfurt-Partie steckten, so Thomsen, dem USC in den Knochen – auch als Folge der komplizierten Vorbereitung mit den vielen Ausfällen und der Corona-Welle kurz vor Saisonbeginn. „Wir sind in dieser kurzen Zeit individuell und als Mannschaft noch nicht so weit, dass wir ein Fünf-Satz-Match physisch und mental so schnell wegpacken können“, sagte Thomsen und warb um Geduld. „Das wird noch etwas Zeit brauchen, wir haben noch viel Arbeit vor der Brust und müssen weitere Schritte nach vorne machen.“

Ganz ohne Positives aber verließ der USC den „Hexenkessel“ nicht. Mikala Mogensen feierte in Satz drei ihr Debüt, war nach ihrer Erkrankung für einen Kurzeinsatz fit. Den zweiten könnte es schon am Samstag (19 Uhr) im Pokal-Achtelfinale beim VfB Suhl geben. Die Vorbereitung steht dabei „im Zeichen der Regeneration und der individuellen Arbeit“ (Thomsen), und es gilt: „Mund abputzen und weitermachen. Samstag haben wir die nächste Chance.“

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