Volleyball: Bundesliga Frauen

USC muss wegen Schneefall improvisieren und auf Brinkmann verzichten

Münster

Nichts war wie sonst. Viele Helfer fanden wegen des Wintereinbruchs nicht den Weg in die Halle, das galt auch für Top-Scorerin Anika Brinkmann. In der Analyse der 0:3-Schlappe gegen den SC Potsdam konzentrierte sich der USC Münster aber auf die sportlichen Aspekte.

Henner Henning

In der Block-Feld-Abwehr hat der USC noch Luft nach oben – nicht nur Demi Korevaar und Nele Barber (r.). Foto: Michael Mücke

Auch wenn Volleyball eine Hallen-Sportart ist, blieb der USC Münster nicht verschont von den heftigen Schneefällen samt problematischer Straßenverhältnisse. Einige Spielerinnen kamen zu Fuß zur Halle, für andere spielte Co-Trainer Marvin Mallach den Fahrdienst – er hatte kurzerhand Schneeketten aufgezogen. Gar nicht erst anreisen konnte Anika Brinkmann aus Borken, auch einige ehrenamtliche Helfer blieben daheim. So sprang der Freund von Zuspielerin Sarah van Aalen als „Ballkind“ ein, Ute Zahlten – sie ist Vorsitzende des USC-Jugendausschusses – kam als Linienrichterin zum Einsatz. Improvisation war gefragt, damit der Spieltag reibungslos funktionierte – und das tat er, zumindest im außersportlichen Bereich.

Auf dem Feld knüpfte Münster nicht an die Leistung vom 3:0 gegen den VfB Suhl an, hatte beim 0:3 gegen den SC Potsdam eher einen mittelmäßigen Tag. Das machte sich gleich in der Anfangsphase bemerkbar, als der SCP fünfmal mit Lobs erfolgreich war. Ein bekanntes Stilmittel, das Trainer Ralph Bergmann vor der Partie angesprochen hatte. „Doch wir waren nicht da, haben gleich die ersten drei auf den Boden bekommen. Da hat unsere Spielstrategie nicht geklappt, in der Block-Abwehr können wir mehr tun. Wenn man das gut spielt, ist man im Spiel“, sagte Nele Barber, die mit zehn Zählern wie Linda Bock (14) und Liza Kastrup (11) zweistellig punktete.

Fehlende Durchschlagskraft

In den entscheidenden Momenten – in den ersten beiden Durchgängen ab der Satzmitte und im dritten Abschnitt in der heißen Endphase – aber fehlte Münsters Offensive die Durchschlagskraft, die durchaus vorhandenen Chancen auf mehr ließ der USC liegen. „Man sieht ja, dass das Level da ist. Aber dann waren da ein paar einfache Bälle, die wir weggeben und die knapp ins Aus gehen. Das macht dann den Unterschied“, meinte Barber, die wie Bergmann nicht zufrieden war. „Auch wenn Potsdam ein sehr gutes Team ist, haben wir uns das Ergebnis selbst zuzuschreiben“, so der Trainer.

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