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Volleyball: Bundesliga Frauen

USC spürt nach Aachen und vor Vilsbiburg die düstere Wirklichkeit

Münster

Die Chancen auf die Playoffs sind für den USC Münster nach dem 0:3 gegen die LiB Aachen auf ein Minimum geschrumpft. Nur 48 Stunden später bietet sich gegen die Roten Raben Vilsbiburg wieder in der Halle Berg Fidel die letzte Chance. Doch weil der Gast noch zwei Partien ausstehen hat, wäre im Fall einer Niederlage der Zug wohl endgültig abgefahren.

Von Wilfried Sprenger

Vorteil Aachen: Hanna Kalinovskaja bringt den Ball an Juliane Schröder vorbei. Foto: Peter Leßmann

Am Ende stand der USC ziemlich blank da. Kein Punkt, nicht einmal ein Satz, ein schmuckloser Abend. Eva Stepancikova, die so feinfühlige Zuspielerin aus den großen 1990er Jahren, versuchte, die schwierige Situation zu erklären: „Ohne Iris Scholten fehlt Münster eine wichtige Spielerin im Angriff. So muss Maria sehr viel Last tragen.“

Stepancikova (49), die 250-fache Auswahlspielerin Tschechiens, ist dem Volleyball nach Beendigung der eigenen Karriere treu geblieben und arbeitet als Spielervermittlerin. USC-Angreiferin Maria Schlegel ist eine ihrer Klientinnen, nach dem NRW-Duell am Mittwochabend, das Aachen 3:0 gewann, stürmten auch Eva Hodanova und Barbora Kosekova von den Ladies in Black auf Stepancikova zu. Gesprächsbedarf hier, Stille dort: USC-Trainerin Lisa Thomsen hockte mit leerem Blick auf der Bank. Eingeholt von der düsteren Wirklichkeit. Die Hoffnung, dass ihr Team im so wichtigen Vergleich über sich hinauswachsen könne, erfüllte sich nicht.

Freitag kommt Vilsbiburg schon

Vor Saisonbeginn hatten alle beim USC die Playoff-Teilnahme als Minimalziel ausgegeben. Ein seriöser Anspruch, der sich nur noch schwer realisieren lässt. Im direkten Duell mit den Roten Raben Vilsbiburg kann Münster an diesem Freitag (20 Uhr, Berg Fidel) den Vorsprung zwar wieder auf fünf Punkte ausbauen, doch die Niederbayern haben auf der Zielgeraden noch die Heimspiele gegen die Kellerkinder Neuwied und Erfurt in der Hinterhand – ein fettes Faustpfand. Zum zweiten Mal in Folge könnte der USC die Zugabe verpassen. Sportlich ist das erträglich angesichts einer Viertelfinalpaarung mit Liga-Dominator Stuttgart. Aber es frustriert natürlich, nur Zuschauer zu sein, wenn acht von zwölf Clubs weitermachen. Und dem Image ist es auch nicht zuträglich.

Libera Ines Bathen

Münster verlor am Mittwoch verdient. Zurecht wies Thomsen auf die hohe Block- und Abwehr-Qualität beim Gegner hin. Der USC stützte sich vor allem auf Schlegel. Marta Hurst, die andere Außenangreiferin, kam nie ins Rollen. Nikolina Maros auf der Diagonalen auch nicht. In der Mitte machte Aachen die Tür zu. Es blieb Schlegel als Ausfahrt, das war für die Ladies in Black gut zu lesen. Nur selten kam Münster mit dem ersten Ball durch, es war mühsam, erschöpfend und entmutigend. „Sie haben uns zermürbt. Aachen war besser und hat auch besser gekämpft. Unsere Körpersprache war nicht wirklich gut“, sagte Libera Ines Bathen selbstkritisch.

Kirchhoff bringt Effekt rein

Mit Ausnahme von Sara Dukic setzte Thomsen alle Spielerinnen ein. Der Wechsel auf der Diagonal-Position (Mia Kirchhoff für Maros) hatte den größten Effekt – jedoch auch nur für eine Weile. Nach kurzer Orientierungsphase war Aachens Block (insgesamt 13 Punkte) wieder zur Stelle. Münsters Trainerin sagte später mehr über die gegnerische als über die eigene Mannschaft. Man müsse ja auch mal sehen, wie viel Qualität da auf der anderen Seite stehe. „Da sind so viele Nationalspielerinnen mit so vielen Jahren Länderspiel-Erfahrung“, konstatierte Thomsen. Nicht einmal zweieinhalb Stunden nach Spielbeginn machte sich Aachen wieder auf den Heimweg. Trainer Guillermo Gallardo hatte sein argentinisches Temperament an der Seitenlinie wie gewohnt ausgelebt und während der Begegnung nicht einmal gewechselt. Er muss zufrieden gewesen sein.

- Karten für das Spiel gegen Vilsbiburg gibt es nur noch online und nicht mehr an der Tageskasse.

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