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Volleyball: Frauen-Bundesliga

Gesprächstherapie zeigt Erfolg: USC lässt den Berg Fidel beben

Münster

Die Roten Raben aus Vilsbiburg erlebten am Berg Fidel einen rabenschwarzen Abend, weil die Bundesliga-Volleyballerinnen des USC Münster den Spaß am Volleyball wieder entdeckt haben – und das nur wenige Tage nach der bitteren Pokalpleite.

Der Berg Fidel bebt: Die Spielerinnen des USC Münster feierten am Samstagabend mit ihren Fans ausgelassen den eindrucksvollen Heimsieg gegen Vilsbiburg. Foto: Jürgen Peperhowe

Es ist gerade einmal sieben Tage her, dass eine Truppe niedergeschlagener Volleyballerinnen frustriert aus der Wolfsgrube in Suhl krabbelte. Mit einer 0:3-Schlappe und dem bitteren Ende einer allzu kurzen Pokalreise ging es zurück auf den freudlosen Weg zurück nach Münster.

An diesem Samstagabend erklomm genau das gleiche Team mit exakt der gleichen Besetzung den Berg Fidel als strahlender Sieger. Derselbe Club, dieselben Spielerinnen, aber ein ganz anderer Sport: Mit 3:0 (25:21, 25:18, 25:19) bezwang der USC Münster in einer Galavorstellung die Roten Raben Vilsbiburg. Einen Gegner, den Trainerin Lisa Thomsen im Vorfeld „auf Augenhöhe“ erwartet hatte, den ihr Team dann aber vor 1100 restlos begeisterten Zuschauern jederzeit um mindestens eine Netzkantenbreite überragte.

Scholten: „Jetzt hatten wir wieder Spaß“

Zwischen totalem Frust und überschäumender Freude lagen nicht nur 400 Autobahnkilometer und eine harte Trainingswoche, sondern vor allem eine erfolgreiche Gesprächstherapie, wie Kapitänin Iris Scholten nach dem Heimtriumph erklärte: „Wir haben in der letzten Woche sehr viel darüber geredet. Wir hatten in Suhl überhaupt keinen Spaß. Das war diesmal ganz anders. Jetzt hatten wir den Spaß, wir haben wieder gespürt, dass es toll ist, Volleyball zu spielen.“

Statistik

Genau diese Begeisterung am eigenen Tun war es, die Thomsen bei ihren Schützlingen spüren wollte. „Das ist die Mannschaft, die ich sehen möchte, die Spaß hat.“ Am Samstagabend bescherte das Team ihr einige wichtige Handreichungen, die diesen einen Spieltag noch lange Zeit überdauern dürften. „Es sind genau diese guten Momente, an die sich die Mannschaft erinnern kann, wenn es einmal nicht so läuft“, so Thomsen, wohlwissend, dass es auch diese schlechteren Phase wieder geben wird. „Das ist das Kuriose an diesem Spiel, an einem Wochenende läuft nichts zusammen, am nächsten ist es ganz anders.“

Nächste USC-Aufgabe bereits am Mittwoch

Gut möglich, dass diese frischen Erinnerungsstützen schon am kommenden Mittwoch ein Faktor werden, wenn das Team um 18.30 Uhr beim Allianz MTV Stuttgart antreten muss. „Dann will ich genau das sehen, was die Mannschaft hier gezeigt hat.“ In Sieg und Niederlage will die Trainerin sich dann nicht messen lassen. „Wenn Stuttgart einen herausragenden Tag erwischt, dann wird es ganz schwer, ansonsten ist alles möglich.“ In Worten heißt das: spielfreudig, entschlossen, leidenschaftlich und vor allem als Team.

Dass nach der Partie Katarina Valkova als wertvollste Spielerin ausgezeichnet wurde, war nachvollziehbar, weil die Ballverteilerin immer die richtigen Entscheidungen traf, bei Bedarf auch spektakulär im Alleingang punktete – zugegebenermaßen aber auch leichtes Spiel hatte, weil neben ihr eine Handvoll anderer USC-Spielerinnen für diesen Titel infrage gekommen wären.

1100 Zuschauer feuerten den USC Münster gegen die Roten Raben Vilsbiburg an - und feierten das Team anschließend. Foto: Jürgen Peperhowe

Natürlich die zuverlässigen Scholten und Juliane Schröder, aber auch Maria Schlegel, die ihr Team aus der einzigen kurzen Schwächephase im dritten Durchgang beim 0:4 zurück ins Spiel schmetterte, oder Eigengewächs Mia Kirchhoff, das immer wieder für Bewegung auf der Anzeigetafel sorgte und beim Matchball zum 25:19 im dritten Satz als Letzte Hand an diesen perfekten Tag legen durfte.

Es war diese „Team Performance“ wie die Niederländerin Scholten es umschrieb, oder die „mannschaftliche Geschlossenheit“, wie es in der Übersetzung der Trainerin hieß, die diesen Abend für Team und Fans zum Feierabend machte.

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